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Die Schafzucht : Rassen, Züchtung, Ernährung, Rentabilität und Krankheiten des Schafes, Wollkunde und technische Verarbeitung der Wolle / von Johannes Heyne
Entstehung
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24 Erſter Teil. Raſſen, Züchtung, Ernährung uſw. des Schafes.

klärt ſich hieraus die weite Stellung der Vorderfüße bei wohl⸗ geſtalteten Schafen.

Nach vorn zu entſpringt von dem Bruſtbein ein Fortſatz. Beim Rind iſt dieſer Teil mit viel Fett und Zellgewebe um⸗ geben, das zwiſchen den Vorderbeinen des Tieres herabhängt und bekanntlich Triel genannt wird. Auch beim Schafe iſt dieſer Teil wichtig, wiewohl nicht ſo ausgebildet wie beim Rind; ein Tier, das an dieſer Stelle viel Fleiſch und Fett anſetzt, wird an anderen Partien nicht mager ſein. Zwiſchen dem Handgriffe des Bruſtbeines und dem Bruſtbeine ſelbſt findet eine gelenkartige Beweglichkeit ſtatt, welche von der Rechten zur Linken geht und daher trotz der Hervorragung des Bruſtbeines das Tier im freien Gebrauch ſeiner Vorder⸗ beine nicht hindert.

Der Umſtand, daß die Rippen von den Rückenwirbeln horizontal ausgehen, ſichert der Bruſt eine gewiſſe Geräumig⸗ keit; hierbei iſt aber noch ein anderer Punkt nicht zu ver⸗ geſſen, nämlich die Tiefe des Bruſtkaſtens, die ebenſo wichtig iſt als deſſen Weite. Zwar iſt eine tiefe Bruſt nicht geräumig, wenn ſie nicht verhältnismäßig breit iſt; vereinigt ſich aber oben das tonnenförmige Hervorragen der Rippen mit der gehörigen Breite des Bruſtbeines, ſo ſind alle Bedingungen einer ſchnellen Maſtfähigkeit gegeben, wenn zugleich das Bruſt⸗ bein weit genug von der Wirbelſäule entfernt iſt. Die Schwie⸗ rigkeit, mit welcher die älteren Raſſen zu mäſten waren, ja die Unmöglichkeit, ſie wenigſtens vor einem gewiſſen Alter fett zu machen, liegt in gar nichts anderem als darin, daß die Rippen ſich oben nicht ſo ſtark wölbten, und daß die Tiere zu hochbeinig erſchienen, mit anderen Worten: keine Tiefe des Bruſtkorbes hatten, wodurch es denjenigen Organen an Raum gebrach, welche dazu dienen, das für das Wachstum des Tieres nötige Blut gehörig fortzutreiben und zu ani⸗ maliſieren.

Im Hinterleib liegen die Magen und die Eingeweide. Die Magen des Schafes ſind verhältnismäßig außerordentlich groß und bedürfen überdies eines ziemlichen Raumes zur Aus⸗ übung ihrer Funktion. Die Natur hat hierfür geſorgt; denn die Querfortſätze der Lendenwirbel, welche die Breite der Lenden beſtimmen, ſind verhältnismäßig größer als beim Pferd und ſelbſt etwas größer als beim Rind. Hierdurch wird