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Die Schafzucht : Rassen, Züchtung, Ernährung, Rentabilität und Krankheiten des Schafes, Wollkunde und technische Verarbeitung der Wolle / von Johannes Heyne
Entstehung
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20 Erſter Teil. Raſſen, Züchtung, Ernährung uſw. des Schafes.

dürfen die Körperformen nicht aus dem Auge gelaſſen wer⸗ den, denn nur die Beurteilung der Formen wird ein ſicheres Urteil geſtatten. Man muß ſich klar darüber werden: was habe ich in meiner Herde? was mangelt der Herde, und in welcher Weiſe ſoll die Auswahl der Zuchttiere getroffen wer⸗ den? Von welcher Beſchaffenheit z. B. ein neu einzuſtellender Bock ſein muß, richtet ſich ganz nach dem Zuchtplan und nach den Eigenſchaften der Muttertiere.

Wenden wir uns zunächſt den Böcken zu! Ein guter Bock muß lebhafte Augen und einen breiten, aber kurzen Kopf mit bewollter Stirn haben. Auch die Ohren ſind von Belang; dünne Ohren laſſen befürchten, daß bei Wollzucht in der Nachzucht von ſolchen Böcken wollarme Tiere, bei Fleiſchzucht Tiere mit zu feinen Knochen erzeugt werden; die Ohren müſſen alſo dick und kurz und wenig bewollt, oben aber nur mit Haaren beſetzt ſein. Die Beſchaffenheit der Wolle bei den Elternſchafen iſt von Einfluß auf ihren Charakter bei der Nachkommenſchaft; matte, glanzloſe Wolle gibt ſchlechte Ver⸗ erbung. Die Bruſt des Bockes muß tief, die Schultern rund, der Leib und Rücken breit und gedrungen, die Beine kurz, der Hodenſack groß und ſtraff herabhängend ſein. Er muß einen korrekten Gang haben und ſelbſt bei ſtarkem Drucke auf das Kreuz ſteif auf den Beinen ſtehen. Man unterſcheidet in der Wollzucht a) Normal⸗ und Korrektionsböcke, welche die Fehler und Mängel der Muttertiere verbeſſern ſollen; b) Maſſenböcke; ſie müſſen ein dichtes Vlies haben und dem Mangel an Körpergewicht und Wollmaſſe abhelfen; c) Regu⸗ lierungsböcke; dieſe haben die Aufgabe, in der Nachzucht Un⸗ regelmäßigkeiten der Wolleigenſchaften auszugleichen; d) die Veredelungsböcke; ſie ſollen den Wolladel in ihren Nach⸗ kommen vermehren.

Bevor wir zur eigentlichen Klaſſifikation der Schafe übergehen, müſſen wir die Beurteilung eines Schafes kennen lernen, beſonders das Exterieur des Schafes und die Früh⸗ reife, um nach dieſen Geſichtspunkten die Einteilung(Klaſſi⸗ fikation) ausführen zu können.

Exterieur des Schafes.

Die Lehre Settegaſts, daß die Harmonie des Körper⸗ baues beim Schafe in der Form des Parallelogramms zu