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Die Schafzucht : Rassen, Züchtung, Ernährung, Rentabilität und Krankheiten des Schafes, Wollkunde und technische Verarbeitung der Wolle / von Johannes Heyne
Entstehung
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18 Erſter Teil. Raſſen, Züchtung, Ernährung uſw. des Schafes.

Haustieren die Eigenſchaften auf eine mehr oder minder große Anzahl der Nachkommen einwirken werden, und weil in einem

im Charakter der Zucht gut gebildeten Tierkörper neben

anderen Vorzügen zugleich eine weſentliche Bedingung der Geſundheit und günſtigen Leiſtung liegt. Bei der Beobachtung nun, wie die Tiere vererbt haben, ſetzt das Genie des Züch⸗ ters ein; es läßt ſich ſchwer, aber doch vorausſehen, wie ein Tier vererbt; ſo können die direkten Elterntiere vererben; es können aber auch Eigenſchaften vererbt werden, welche in

den Großeltern vorhanden waren. Dieſes Vorkommen, bei

welchem die Individuen mehr den Großeltern als den Eltern gleichen, heißt Rückſchlag(Atavismus).

Züchtung.

Ehe ich zur eigentlichen Züchtungskunde übergehe, dürfen die Bedingungen nicht unerwähnt bleiben, unter welchen ſich Schafhaltung empfiehlt und verlohnt. Vor allem ſind es die örtlichen Verhältniſſe, welche bei der Schafzucht in hohem Grade in Betracht kommen und daher eingehender Prüfung be⸗ bedürfen. Die Schafhaltung, beſonders die Züchtung des Wollſchafes, wird ſich rentieren, wenn man größere, wenig kulturfähige Feldflächen und geſunde, trockene Weideplätze beſitzt, an denen das Waſſer leichten Abfluß hat. Von der Beſchaffenheit der Weideplätze hängt es hauptſächlich ab, ob Zuchtſchäferei, alſo Muttertierhaltung mit Aufzucht, oder nur die Haltung von Hammeln ratſam iſt. Können die Schafe im Winter und Sommer gleichmäßig ernährt werden, ſo iſt Zucht⸗ ſchäferei vorzuziehen; iſt dagegen die Weide ungeſund, und will man mehr Schlempe und Zuckerfabrikabfälle verfüttern, ſo dürfte der Betrieb der Hammelſchäferei, d. h. die Haltung von Hammeln, welche in einem gewiſſen Alter angekauft und ſpäter wieder verkauft werden, zu empfehlen ſein. Doch ich halte auch unter ungünſtigeren Futterverhältniſſen Zucht⸗ ſchäferei für vorteilhafter; überhaupt iſt meiner Anſicht nach das Schaf mit der landwirtſchaftlichen Tierhaltung ſo innig verknüpft, daß das Glück und Gedeihen derſelben durch ſeine Züchtung mitbedingt wird. Die Vermutung, daß die Schäferei in demſelben Grade abnehme, als die Kultur fortſchreite, iſt nicht mehr zutreffend; denn gerade die Landgüter, auf denen intenſiv gewirtſchaftet wird, halten noch viel Schafe. Ich