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Die Schafzucht : Rassen, Züchtung, Ernährung, Rentabilität und Krankheiten des Schafes, Wollkunde und technische Verarbeitung der Wolle / von Johannes Heyne
Entstehung
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16 Erſter Teil. Raſſen, Züchtung, Ernährung uſw. des Schafes.

werden nur die Abkommen des Stammes zur Fortpflanzung benutzt. Nimmt dieſe Inzucht darauf Rückſicht, daß die Paa⸗ rung nur unter Tieren derſelben Familie erfolgt, ſo wird ſie zur Familienzucht(Verwandtſchaftszucht). Das Syſtem der Inzucht hat es offenbar darauf abgeſehen, die Befeſtigung aller in einer Herde vorhandenen Eigenſchaften am ſtetigſten zu erhalten. Die Inzucht iſt zu empfehlen, um die Homo⸗ genität eines Stammes und die Konſtanz der Eigenſchaften weſentlich zu fördern bei einer bereits auf hoher Stufe an⸗ gelangten Herde, bei welcher auch durch Einführung fremder

Zuchttiere eine weſentliche Verbeſſerung nicht zu erwarten

wäre. Es iſt aber darauf zu achten, daß bei Paarung naher und nächſter Verwandten große Vorſicht angewendet werde. Das entgegengeſetzte Verfahren iſt die Kreuzung, d. h. die Umwandlung einer Herde durch Einführung fremder Vater⸗ oder Muttertiere. Kreuzung iſt ja die Vermiſchung verſchie⸗ dener Raſſen, Schläge und Zuchtrichtungen, die in ihrem Typus verſchieden ſind. Auch bei Schlägen und Zuchten einer und derſelben Raſſe findet eine Kreuzung ſtatt, wenn dieſelben durch charakteriſtiſche Eigenſchaften ſich voneinander trennen. Das Produkt der Kreuzung bilden die Meſtizen. Die Kreu⸗ zung iſt ein weit verbreitetes Züchtungsſyſtem und wird, im weiteren Sinne verſtanden, beſonders bei der Züchtung der Woll⸗ und Fleiſchherden im großen Maßſtabe in Anwendung gebracht, um a) einem Stamme die ihm fehlenden Eigen⸗ ſchaften beizubringen oder ihn zu vervollkommnen, b) die vor⸗ handenen Mängel zu beſeitigen, c) die Vorzüge zweier Raſſen für einen beſtimmten Zweck zu vereinigen. Jede Kreuzung iſt, da ſie immer mit mehr oder weniger heterogenen Zucht⸗ tieren vorgenommen wird, in ihrem Erfolg zweifelhaft. Man unterſcheidet a) vorübergehende Kreuzung(Blutauffriſchung) und b) dauernde Kreuzung. Dieſe wendet man bei Herden an, welche noch auf einer niedrigen Stufe ſtehen. Sie wird konſequent, wenn bei der Wahl der anzuwendenden männ⸗ lichen Tiere ſtets ein und dasſelbe Prinzip befolgt wird.

Wechſelnd wird ſie, ſobald das angenommene Prinzip ver⸗

laſſen und mit Tieren verſchiedener Stämme oder Raſſen gekreuzt wird. Dieſe letzte Art der Züchtung iſt zu verwerfen, da ſchon manche gute Herde durch den beſtändigen Wechſel des Prinzips der Züchtung verdorben worden iſt. Die an⸗

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