Anhang.
Willenſchaftliche Benennung der Bodenarten.
Im Jahre 1885 habe ich hier zum erſten Male den Verſuch gemacht, in die Bodenkunde wiſſenſchaftliche, aus der lateiniſchen Sprache entlehnte Benennungen für die Bodenarten einzuführen, wie das in der Botanik und Zoologie bei der Benennung der Pflanzen⸗ und Tierarten längſt geſchehen iſt. Nur auf dieſem Wege ſcheint es mir möglich, die Unbeſtimmtheit und Verwirrung, die in der Benennung der Bodenarten beſteht, nach und nach zu beſeitigen und die ſpezielle Bodenkunde als Wiſſenſchaft mehr und mehr zum Gemeingut der Kulturvölker zu machen. Es freut mich, von meinem Kollegen, Herrn Prof. Dr. Früh, zu vernehmen, daß in der zweiten agrogeologiſchen Konferenz in Stockholm derſelbe Gegenſtand zur Sprache kam, ohne jedoch zu praktiſch brauchbaren Beſchlüſſen zu führen. Ich laſſe dahingeſtellt, ob es mir gelungen iſt, überall den
betreffenden Ausdruck zu wählen und da, wo neue Wörter zu bilden
waren, ſie überall ſo zu bilden, daß das Denken und das Sprach⸗ gefühl befriedigt wird; doch kann ich nicht umhin, zu bemerken, daß die Gruppierung und Einteilung der Bodenarten in mehrfacher Be⸗
ziehung eine Änderung erfuhr, als ich mich in die Notwendigkeit
verſetzt ſah, lateiniſche Benennungen für die Bodenarten zu finden, und ich darf behaupten, daß die agronomiſche Klaſſifikation der Bodenarten durch die Einführung der wiſſenſchaftlichen Sprache er⸗ heblich gewonnen hat.
Indem ich auf das in dem Abſchnitt„Bodenkarten“ S. 193 u. f. Geſagte ſowie auf die S. 161 u. f. gegebene Einteilung und Be⸗ ſchreibung der Bodenarten verweiſe, laſſe ich nun die wiſſenſchaft⸗ liche Klaſſifikation der Bodenarten folgen. Bei jeder Klaſſe iſt die Abkürzung beigeſetzt, die zunächſt für die Bodenkartierung be⸗ ſtimmt iſt, die aber ſelbſtredend auch ſonſt benutzt werden kann, z. B. bei der Bonitierung des Bodens, bei der Gütertaxation, bei
der landwirtſchaftlichen Buchführung, bei der Etikettierung einer
Bodenſammlung uſw. uſw.


