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Praktische Bodenkunde : Anleitung zur Untersuchung, Klassifikation und Kartierung des Bodens / von Anton Nowacki
Entstehung
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Bodenkarten.

den Boden unterſucht, auch die Reſultate der Unterſuchung in die Karte einzeichnet. Der Fachmann, bei dem wir die Fähigkeit hierzu

erwarten dürfen, iſt der Kulturingenieur; aber ſeine theoretiſche und

praktiſche Ausbildung darf ſich nicht auf die Ingenieurwiſſenſchaften im engeren Sinne des Wortes beſchränken, ſondern ſie muß ſich

namentlich auch auf Geologie, Boden⸗ und Pflanzenkunde und all⸗ gemeine Landbauwiſſenſchaft erſtrecken. Die Gelegenheit zur Aus⸗

bildung von Kulturingenieuren iſt nun an der eidgenöſſiſchen tech⸗

niſchen Hochſchule in vollem Umfange gegeben, wenn neben den Vorleſungen und Übungen der Ingenieurſchule auch der Unterricht

der landwirtſchaftlichen Schule benutzt wird. Außer den Kultur⸗

. ingenieueren, deren Berufsbildung Fertigkeit im Kartenzeichnen ſowie im Beſtimmen der Bodenarten verlangt, wird es immer auch einzelne

Land⸗ und Forſtwirte, Geologen und andere Naturforſcher geben, die die Arbeit der Bodenkartierung ſelbſtändig zu übernehmen im⸗

ſtande ſind. Insbeſondere gilt dies von den Forſtwirten, die zugleich Geometer ſind, vorausgeſetzt, daß ſie auch in den landwirtſchaftlichen

Dingen die erforderliche Kenntnis und Erfahrung beſitzen. Indeſſen läßt ſich die Arbeit auch teilen in der Weiſe, daß die

Bodenunterſuchung den Land⸗ und Forſtwirten, Geologen u. a., das

Kartenzeichnen dagegen den Geometern, Ingenieuren, Architekten u. a.

überlaſſen oder übertragen wird. Auf dieſem Wege gelangen wir

vorausſichtlich ſchneller zum Ziel, denn die Arbeitsteilung gewährt hier, wie in anderen Fällen den Vorteil, daß die Arbeit auf vielen

Punkten(auf verſchiedenen Gütern, in verſchiedenen Gemeindefluren) gleichzeitig in Angriff genommen, alſo im ganzen mehr geförder

werden kann.

Es verſteht ſich von ſelbſt, daß der Landwirt, der die nötge Gewandtheit im Beſtimmen, d. h. im Erkennen und Benennen der Bodenarten beſitzt, auf ſeinem eigenen Gute die Bodenunterſuchug ſelbſt vornehmen wird. Er bezeichnet dann einfach auf ſeiner Guts⸗

karte die Stellen der Probegruben und die Grenzen der Bodenarten,

ſtizziert den Befund der Probegruben in dem Notizbuch und über⸗ gibt das geſammelte Material einem Geometer, der nötigenfalls noch

die Höhenkurven aufnimmt und als geübter Zeichner die Gutskarte zu einer Bodenkarte vervollſtändigt.

b Bei ſehr zerſtückeltem Beſitz wird es ſich in der Regel empfehlen, gemeindeweiſe oder genoſſenſchaftlich vorzugehen in dem Sinne, daß