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Praktische Bodenkunde : Anleitung zur Untersuchung, Klassifikation und Kartierung des Bodens / von Anton Nowacki
Entstehung
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14Begriff und Weſen des Grund und Bodens.

Humus werden. Wir vermeiden dabei abſichtlich den Ausdruckor⸗ ganiſche Subſtanz, um das Lebendige und das Tote auseinander⸗ zuhalten.

Naturgemäß finden wir die Humusſubſtanz hauptſächlich in dem dunkler gefärbten Obergrunde, während der heller gefärbte Untergrund in der Regel nur geringe oder ſehr geringe Mengen von ihr aufweiſt. Doch kommen Ausnahmen von dieſer Regel vor (z. B. bei der ruſſiſchen Schwarzerde). Ganz frei von Humus⸗ ſubſtanz iſt der Untergrund ſchon deshalb gewöhnlich nicht, weil ein Teil der in den Untergrund hinabwachſenden Pflanzenwurzeln da⸗ ſelbſt verweſt, und weil die im Boden lebenden Tiere Röhren in den Untergrund bohren und ihre Exkremente uſw. in ihnen ab⸗ ſetzen.

Immerhin beſteht der Boden, ſowohl im Obergrund wie im Untergrund, in der Mehrzahl der Fälle überwiegend aus Mineral ſubſtanz, indem die Humusſubſtanz ganz zurücktritt oder doch nur einige Prozent von dem Gewicht des Bodens ausmacht. Nur bei gewiſſen Böden herrſcht die Humusſubſtanz dem Gewichte oder wenigſtens dem Raume nach ſowohl im Ober⸗ wie im Untergrunde vor. Danach können wir die in der Natur vorkommenden Böden in drei Abteilungen bringen: 1. Mineralböden(z. B. reiner Sand). 2. Humushaltige und humoſe Mineralböden(z. B. humoſer Lehm). 3. Humusböden(z. B. Torf). Wie überall in der Natur, ſo finden wir auch zwiſchen dieſen drei Abteilungen alle möglichen Zwiſchenſtufen und Übergänge.

Der Humus iſt eine verwickelt zuſammengeſetzte Maſſe und eine ſehr leicht zerſtörbare Subſtanz. Er verbrennt im Feuer, zer⸗ ſetzt ſich aber auch bei genügendem Luft⸗ und Waſſerzutritt, unter Mitwirkung kleiner Lebeweſen, in Kohlenſäure, Waſſer und Ammoniak, um ſchließlich bei vollſtändiger Zerſetzung nichts zurückzulaſſen, als die mollig-feinerdigen, aus den vermoderten Pflanzen⸗ und Tier⸗ leichen herſtammenden Aſchenbeſtandteile, die ihrerſeits ebenfalls fort und fort verſchwinden, indem ſie von den lebenden Pflanzen auf⸗ gezehrt werden. Da der Humus aber auf dem pflanzentragenden Boden immer von neuem entſteht, ſo iſt jederzeit, namentlich im Obergrunde, ein gewiſſer Humusvorrat vorhanden. Ebenſo ſind jederzeit die Zerſetzungsprodukte des Humus vorhanden. Es gehören mithin nicht bloß die Humusſubſtanzen ſelbſt, ſondern auch ihre