32 I. Abſchnitt.
des Korns von dieſem ſelbſt Wärme entwickelt wird; auf der Malztenne, wo die Gerſte zum Keimen in mehr oder weniger hohe Haufen geſetzt wird, kann dabei die innere Erhitzung der⸗ ſelben ſo ſteigen, daß die Temperatur 30 und mehr überſteigt. Es iſt daher unumgänglich notwendig, den Keimungsvorgang dauernd, am ſicherſten mit dem Thermometer, zu überwachen und einer zu ſtarken Erwärmung durch geeignete Vorkehrungen, durch Umſchaufeln ꝛc. vorzubeugen.
Bei dem normalen Keimen der Gerſte bricht, um hier einer von Körnicke gegebene Beſchreibung ¹) zu folgen,„zuerſt das Würzelchen und dann Knöspchen hervor. Der umgekehrte Ver⸗ lauf ſpricht immer für eine geſchwächte Keimkraft. Bei den Gräſern liegen aber die Würzelchen nicht frei, ſondern ſind in Zellgewebe eingebettet, in die ſog. Coleorrhize oder Wurzel⸗ ſcheide. Dieſe verlängert ſich beim Beginn der Keimung etwas.
Figur 2. Figur 3. Normal keimende Gerſte, 5 Tage alt, mit Desgleichen, am 6. Tage; Blattkeime am 6 Keimwurzeln, der Graskeim hat die Spelzen obern Ende der Spelzen hervorgetreten. etwas vor der Spitze durchbrochen.(Nach Nowacki.)
Dies fällt beim Weizen, Roggen, Hafer und Mais weniger ins Auge als bei der Gerſte. Bei der letzteren iſt nämlich wegen der zahlreichen Würzelchen das Baſalende des Keimlings etwas ſtärker. Es durchbricht zuerſt die Spelzen und dieſes Stadium iſt in der Brauerei unter dem Namen„das Spitzen“ bekannt.
¹) Die Saatgerſte. Ztſchr. f. d. geſ. Brauweſen 1882, Nr. 20.


