266 Dritter Abſchnitt. Der Anbau des Getreides.
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Anhaltspunkte. Aus Mangel an Raum können wir auf dieſe Ver⸗ ſuche hier nicht näher eingehen. In der Überſicht der Sorten haben wir die Reſultate benutzt. Im übrigen müſſen mir uns darauf be⸗ ſchränken, folgende Sätze hervorzuheben.
Die deutſchen Landwirte geben im allgemeinen dem Riſpen⸗ hafer vor dem Fahnenhafer den Vorzug. Die weißſp elzigen Sorten ſind beliebter, als die braun- und ſchwarzſpelzigen, und die unbe⸗ grannten Sorten beliebter, als die begrannten.
Bei dem Riſpenhafer ſind die ſpätreifen den Sorten ertrag⸗ reicher, als die frühreifenden. Die frühreifenden Sorten ſind zwar
in der Regel reicher an Protem, trotzdem wird bei den ſpätreifen
Sorten durch den höheren Geſamtertrag gewöhnlich auch an Protein ein höherer Geſamtertrag erzielt.
Düngung.— Durch Stickſtoffdüngung wird der Ertrag und
namentlich auch der Proteinggehalt der Körner erhöht. Wegen der reicheren Ernährung iſt der Hafer von ſchwerem Boden proteinreicher, als der auf leichtem Boden gewachſene.
Die Stickſtoffdüngung darf aber doch nicht übertrieben werden, ſonſt lagert ſich der Hafer und der Ertrag an Körnern ſchlägt zurück. Dieſe Erfahrung iſt vielfach gemacht worden.
Eine Verwendung von 400 kg Chileſalpeter pro Hektar(2 Zentner pro Morgen) kann nur auf einem Boden am Platze ſein, der an Stickſtoff gänzlich erſchöpft iſt. 200 kg Chileſalpeter pro Hektar ſind ſchon eine ſtarke Düngung; auf Boden, der in guter Kultur, wird es geraten ſein, nicht mehr als 100 kg Chileſalpeter pro Hektar zu be⸗ rechnen. Bei ſtärkeren Gaben iſt es nach Beſelers Vorſchlag zweck⸗ mäßig, die eine Hälfte während der Beſtellung zu verwenden, die andere Hälfte ſpäter als Kopfdüngung. Sieht der erfahrene Wirt, daß die jungen Haferpflanzen ſich kräftig entwickeln, ſo iſt er noch in der Lage, die zweite Chileſalpetergabe im Sack zu behalten und ſich vor Schaden zu bewahren.
Saat.— Als Saatquantum berechnet man nach allgemeinen Erfahrungen 2,5— 4,5 hl pro Hektar bei Breitſaat; auf Neuland, wo der Hafer vorzüglich gedeiht, ſogar bis 5,5 hl.— Bei Drill⸗ ſaat nicht viel weniger, nämlich 2,3— 3,0 hl. Das gewöhnliche Aus⸗ ſaatquantum iſt alſo auch bei Drillſaat erheblich ſtärker, als es Beſeler bei ſeinen Verſuchen für ausreichend erachtet. Denn in Kilogramm berechnen ſich bei 2,3— 3,0 hl ungefähr 100— 140 kg pro Hektar, während Beſeler wohlgemerkt! von dem beſten Saatkorn bei den höchſten Stickſtoffgaben auf fruchtbarem Niederungsboden nur 70 kg pro Hektar verwendet.
Entfernung der Drillreihen. Die gewöhnliche Entfernung der Drillreihen iſt 12 bis 15 cm. Mehr als 15 cm zu nehmen, iſt nur auf ſehr kräftigem Lande zuläſſig. Soll aber mit der Hack⸗ maſchine und Handhacke gehackt werden, was ja ſehr zweckmäßig iſt, dann muß die Drillweite 20— 24 cm betragen.


