65
Aber in der That wird die zur Ziehung eines Reißpfluges noͤthige Kraft immer geringer ſeyn, als die zum Ziehen eines Pfluges, was es auch nur immer fuͤr einer ſeyn moͤge, erforderliche, weil die Zaͤhne, die viel ſchmaͤler und ſpitzer ſind, als ein Schar, viel weniger Widerſtand im Boden erfahren. Dies hat mich auch veranlaßt, da ich die Erfahrung machte, daß ein einziges Pferd ohne große Anſtren⸗ gung die Schroͤpfer ziehen kann, ein meiner Berech⸗ nung den kleinen Widerſtand nicht mit in Anſatz zu bringen, welchen der Reißpflug bei den folgenden Bearbeitungen, von der auf der Oberflaͤche befind⸗ lichen durch die fruͤhern Aufreißungen zerkleinerten und aufgelockerten Ackerkrume erleidet.
Ich habe oft beobachtet, daß ein einziges Pferd mit einem kleinen Reißpfluge, deſſen Zaͤhne eine Breite von 27 Zoll einehmen, mit Leichtigkeit drei Acres in einem Tage ſchroͤpft, und daß dieſes Schroͤpfen, auf einem Boden, der in der Ahrt iſt, eine gute und hinlaͤnglich tiefe Puͤlverung bewirkt, beſonders, wenn das Land nicht ganz ausgetrocknet iſt, ſondern noch etwas Feuchtigkeit beſitzt. Ich beſchloß alſo die Moͤglichkeit zu beweiſen, auf einem Acre in einem einzigen Tage und mit einem einzigen Pferde das zu erreichen, was man bei einer Brache mit vier⸗ maligem Pfluͤgen und der Anwendung einer Kraft von zwanzig Pferden erlangt. Das Reſultat war, daß ein dreimaliges Aufreißen auf einem leichten Bo⸗ den hinreichte, um eine ſehr gute Bearbeitung der Ackerkrume zu erhalten, und daß demnach der Auf⸗ wand auf einen Acre nur fuͤnf Schilling(1 Rthlr. 13 Gr. 6 Pf.) betrug. Auf einen zaͤheren Boden bedurfte ich im Herbſt 1818 die Kraft von 1½ Pfer⸗ den, um einen Acre nach Wicken zur Weizenſaat
5


