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Gegenwärtiger Standpunkt der Theorie über den Ertrag und die Erschöpfung der Ernten im Verhältniss zu der Thätigkeit und dem Reichthum des Bodens / Von Herrn Thaer
(Vorgelesen den 3. Februar 1814)
Entstehung
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iber den Ertrag und die Erschoy

ung der Ernten. 15

zu wiegen.(Ich behalte hier das Gewicht bei, was v.

Wulfen annimmt, ohn- erachtet ich sonst wohl das Normalfuder etwas st

ärker angenommen habe). Wir setzen voraus, daſs er aus demjenigen Verhältnisse von animalischen und

vegetabilischen Theilen bestehe, welche der Landwirth zu gutem, kräftigem, oder, wie er zu sagen pflegt, fettem Mist fordert. Ein solches nehmen wir als Normalfuder an. Nach den wahrscheinlichsten Resultaten der Erfah- rung giebt ein solches den Stoff, woraus 2x½ Schelfel Roggen producirt wer- den, vermehrt mithin den Reichthum des Bodens um 2ꝝ Grad. v. Wul. fen nimmt 2, 8 Grad an, dies scheint mir jedoch für das oben angenom- mene Normalfuder zu viel.

38. Den Einfluſs, welchen der Stallmist auf die Thätigkeit des trägeren Bodens nach§. 26. hat, ist jedem Ackerbauer bekannt. Man sagt: er er- wärmt den kalten Boden, was auch wohl physisch nicht unwahr ist, ob- wohl hier mehr als bloſse Erhöhung der Temperatur darunter verstanden

wird; den wärmeren Boden aber erhitzt er, um den Ausdruck beizubehal- ten, und wirkt dadurch zuweilen nachtheilig.

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Ich nehme vorerst an, daſs eine Düngung von 6 Fudern die natürliche Thätigkeit auf Thon- und Lehm- boden, wo sie nicht über 9 Grad beträgt, um àa Grad für die erste und um Grad für die zweite Ernte vermehre; bei gröſserer Thätigkeit aber wenigstens keine wohlthätige Vermehrung hervorbringe. Es würde sonst bei dem trägern Boden die Wirkung der Düngung in den ersten Jahren weit unter dem, was die Erfahrung zeigt, zu stehen kommen. Genauere Verhältnisse werden sich vielleicht angeben lassen, wenn wir die Sätze erst mehr an die Erfahrung gehalten haben: was denn, ich wiederhole es, über- haupt nur der Zweck bei der Darstellung dieses idealischen Maaſsstabes der Fruchtbarkeit seyn kann; ein Zweck aber, der schon durch meine er- sten Ideen hierüber bei manchem denkenden Landbauer mit beträchtlichem Nutzen für die Praxis erreicht worden.

39. Vielleicht wird man sich dann auch bewogen finden, die Wirkung der verschiedenen Gattungen des Stallmistes zu unterscheiden. Der Rind-

viehmist wirkt ohne Zweifel mehr auf den Reichthum wie der Pferde- und Physik. Klasse. 1814 1815. C