60
bung und durch das lebendige Intereſſe, wel⸗ ches ſie durch die Freiheit, ihre Beſitzungen unter mehrere Kinder zu vertheilen, erhalten. Dieſer Vortheil iſt von großer Wichtigkeit. Bei geſchloſſenen Hoͤfen und der nothwendi— gen Vererbung auf eins der vorhandenen meh⸗ reren Kinder, arbeiten diejenigen, welche wiſſen, daß ſie den Hof nicht bekommen, mit Widerwillen, weil ſie glauben, daß ihr Fleiß nicht dem Vater, ſondern dem ohnehin ſchon zu ſehr beguͤnſtigten und deshalb beneideten Bruder zu Gute komme. Die Mutter be⸗ muͤht ſich gewoͤhnlich, fuͤr die nicht erbenden Kinder etwas bei Seite zu ſchaffen, um ihnen die fremde Knechtſchaft, die nach dem Tode des Vaters ihr gewoͤhnliches Loos iſt, zu er— leichtern. Selbſt der Vater macht es oft nicht anders. Es beſtand alſo in der Familie des Hofbeſitzers ein getheiltes Intereſſe, wo⸗ von der uͤberwiegende Theil gegen den Hof und deſſen Cultur gerichtet iſt, und die letztere um ſo mehr leiden muß, da in Ermangelung des Credits die Haͤnde der Familie das einzige
Capital ſind, womit die Wirthſchaft betrieben wird.


