Druckschrift 
Über Wolle und Schaafzucht / von Vicomte Perault de Jotemps, Fabry und Girod, Gesammt-Eigenthümer der Heerde zu Naz. ; Aus dem Französischen übersetzt und nach dem gegenwärtigen Standpuncte der Woll- und Schaafkenntniss in Deutschland bearbeitet von Albrecht Thaer
Entstehung
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Die Grund⸗- und Heerden⸗Eigenthuͤmer draͤngten die Miniſter, die fremden Wollen mit einem Einfuhrimpoſt zu belegen. Hr. Vanſittard, der ihre Stimmen noͤthig hatte, um andere Taxen im Parlamente durchgehen zu laſſen, bewilligte ihnen im Jahre 1819 die Erhoͤhung des alten Einfuhrzolls von ¾ Dennier auf's Pfund der fremden Wolle, bis zu 6 Denniers. Die Quantitaͤt der jaͤhrlich erzeugten einlaͤndiſchen Wolle wird geſchaͤtzt auf 144 Mill. Pfund: wenn wir auch annehmen, daß dieſe Schaͤtzung uͤbertrieben ſey, und ſie auf 100 Millionen herabſetzen, ſo ſieht man, daß die Eigenthuͤmer ſich einen bedeutenden Vortheil zu verſchaffen ſuchten, wobei ſie ſich aber, wie wir nachher ſehen werden, ſehr taͤuſchten. Wir muͤſſen hier beilaͤufig bemerken, daß, ſobald dieſe Auflage ent ſchieden war, ſie durch ihr Geſchrei Hr. Vanſittard noͤ⸗ thigten, andre Taxen, welche mehr auf ſie druͤckten, zu wiederrufen. Seit dieſer Zeit hat der Verkehr mit Wollen in England bedeutend abgenommen. Es iſt von den be⸗ ſten engliſchen Staatsoͤconomen anerkannt, daß die fran⸗ zoͤſiſchen, preußiſchen und ſaͤchſiſchen Manufacturen in der Qualitaͤt der Producte die engliſchen jetzt weit uͤberwiegen, und daß ſie zu eben ſo annehmlichen, wenn nicht noch billige ren Preiſen verkaufen; weshalb ſie die engliſchen im Nor⸗ den ſowohl als in der Levante herunterdruͤcken, und ſelbſt in beiden America's und in China Vortheil uͤber ſie er⸗ langen, ſowohl in feinen als gröbern Zeugen. Es iſt klar, daß jener Zoll keinesweges die Concurrenz der eng⸗ liſchen Manufacturen beguͤnſtigen konnte, denn er ver mehrte den Preis der gemeinen Wollen um 20 Procent und den der feinen um 10 Procent, die doch den Manu⸗