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4. Wiederholter Verſuch uͤber Schur gleich von der Stallfuͦtterung und von . der Weide, zu Verſuch 2. Seite 20.
Zur Vergleichung mit dem Verſuche Seite 20. seq., wodurch fortgeſetzte Stallfuͤtterung mit Weidegang in Bezug auf beider Wirkung auf Wollgewinn verglichen werden ſollte, ließ
ich am 1ſten April d. J., von welchem Tage an das guͤſte Vieh ſich auf einer Wieſenweide,
ohne Stallfutter, erhalten ſollte, 40 Stuͤck gute Jaͤhrlinge im Stalle und reichte ihnen die bisherige Stallfuͤtterung ferner bis zur Wollwaͤſche hin. Bei der Schur vom 13ten Mai ga⸗ ben dieſe 40 Stuͤck 73 Pfund Wolle, dagegen andere 40 Stuͤck Jaͤhrlinge derſelben Qualitaͤt, die ſich ſeit dem 1ſten April bis zur Schur blos auf der Weide, ohne alle Zubuße anderen Futters erhalten hatten, 76 Pfund Wolle, alſo 3 Pfund mehr als jene. Daß ſich beide Ab⸗ theilungen in jeder Hinſicht vollkommen gleich waren, dafuͤr hatte ich durch ſorgfaͤltiges Sor⸗ tiren nach Statur und Wolle ꝛc., wie fruͤher, ſ. oben pag. 21. seq., geſorgt. Die Wieſen⸗ weide mochte mithin vielleicht naͤhrender und fuͤr den Wollwuchs erſprießlicher geweſen ſeyn, als die beibehaltene Stallfuͤtterung. Gut war die Weide dieſes Fruͤhlings wirklich, vergl. pag. 52. und 12. ꝛc. Das Reſultat dieſes erneuerten Verſuchs beſtaͤtigt den vom J. 1821 bis 1822 pag. 20., ſo wie denn auch mein dort gefaͤlltes Urtheil, daß es naͤmlich gerathen ſey, die Weide ſtets zu benutzen, ſobald ſie dem Viehe eine gute, oder doch der gewoͤhnlichen Stallfuͤtterung gleichkommende Nahrung nachhaltig verſpricht. Die Weide koſtet uns einmal in der Regel viel weniger als Stallfuͤtterung, und da jene zweitens auch neben letzterer immer mit bezahlt werden muß, ſo ſoll man wenigſtens die doppelte Ausgabe, welche das Stallfutter verurſacht, zu vermeiden ſuchen, vergl. Seite 20. seq. Daß die Schur vom Stalle beſſer ausfalle als von der Weide, iſt eine ſehr einſeitige, irrige Meinung. Es muß dabei doch wenigſtens auf Qualitaͤt der Weide und des Stallfutters mit ankommen, wie auch auf andere Zufaͤlligkeiten, ſ. oben Seite 20. u. f.
Amt Petersberg, im Juli 1825.
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