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Vergleichende Versuche über Schaaffütterung in Beziehung auf Wollertrag : angestellt auf dem Königlichen Amte Petersberg in den vier Wintern 1821 bis 1825 / von C. Caspari
Entstehung
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Fuͤnſter Verſuch bei der Schaaffuͤtterung 1823 und 1824.

In Bezug auf Fuͤtterung(Nahrung) und Wollertrag, und in Bezug auf die dieſerhalb ſchon angeſtellten Verſuche der beiden vorhergehenden Jahre, unternahm ich einen 3ten compa⸗ rativen Verſuch. Es wurden dazu wieder 100 Stuͤck Erſtlinge ausgewaͤhlt, nicht aus dem Grunde, der mich fruͤherhin zur Wahl von Erſtlingen beſtimmte, ſondern gegenwaͤrtig nur, um eine Gleichheit mit den beiden früheren Verſuchen zu beobachten. Die Beſchreibung dieſer Thiere, Hinſichts ihrer Staͤrke und Groͤße, wuͤrde wie die fruͤheren ausfallen, nur iſt zu be merken, daß die Thiere in einem mehr feiſten Zuſtande, als fruͤher, in den Winter und zur Aufſtallung kamen. Uebrigens waren ſie kleinlich, im Wollwuchſe aber moͤglichſt egaliſirt.

Sie gingen im Sommer und bis zur jetzigen Aufſtallung im Hammelhaufen auf einer nicht reichlichen, auch entfernten Weide. Die Winterfuͤtterung ließ ich fruͤher, als bei den vor⸗ hergehenden Verſuchen eintreten, einmal, weil im erſten Drittel des Novembers kalte Tage ein⸗ fielen, die dieſelbe nöͤthig zu machen ſchienen(obwohl die folgende mildere Witterung eine laͤn⸗ gere Weide, bis 13ten December, zuließ), und zweitens um das Reſultat einer laͤngern Win⸗ terfuͤtterung mit dem der weit kuͤrzeren Winterfuͤtterung der beiden vorhergehenden Jahre zu vergleichen, zumal, da es mir ſchien, als werde erſtere gegen die letztere, wo laͤnger hinaus eine ſpaͤrliche Weide ſtatt fand, den Vorzug verdienen.

Nachdem die 100 Erſtlinge nun in 5 Partien abgetheilt und jeder Schurz dem andern moͤglichſt gleich gemacht war, ſo daß ſich in der Qualitaͤt der Individuen ein Unterſchied nicht bemerken ließ, ſo wurde mit dem 16ten November die Stallfuͤtterung begonnen, die aus Ha⸗ fer, Heu und Erbſen⸗ und Gerſtenſtroh beſtehen ſollte. Es ſollte ferner ein Schurz blos Heu in geringer Menge, zwei Schurze blos Hafer, auch in geringer Quantitaͤt, und zwei Schurze Hafer mit verſchiedenen Quantitaͤten Heu erhalten, daneben Erbſen⸗ und Gerſtenſtroh in glei⸗ chen Maſſen. Der Hafer wurde, wie fruͤher, mit Haͤckſel gemiſcht, in Krippen, und das lange

Futter ſaͤmmtlich in den bekannten Raufen gegeben. Zum Trank reines Waſſer und zur Ein⸗ ſtreu Ortſtroh, d. i. das aus dem großen Schaafſtalle wieder ausgeharkte Stroh.