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Vergleichende Versuche über Schaaffütterung in Beziehung auf Wollertrag : angestellt auf dem Königlichen Amte Petersberg in den vier Wintern 1821 bis 1825 / von C. Caspari
Entstehung
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6. 4 ruͤckſtanden, und unter dieſen 6 waren 2 bis 4 Hammel und 2 bis 4 Zibben. Nochmals er⸗ waͤhne ich, wie ſaͤmmtliche 144 Erſtlinge ſo kleinlich geblieben waren, daß ſie guten Jaͤhrlingen noch nicht gleich kamen. Ueber ihre Fuͤtterung bis zum 16ten Januar iſt Folgendes anzumerken:

Nachdem ſie im Nachſommer eine eben nicht reichliche Nahrung gefunden und bis zum 10ten Ockober Nachts in den Horden gelegen hatten, mußten ſie ſich noch bis zum 1ſten De⸗ cember auf der Weide erhalten, und erhielten vom 16ten November an blos Abends ein Futter Roggenſtroh, etwa ¾ Pfd. p. Kopf. Die gute Herbſtwitterung hatte mich hierzu verleitet, ob⸗ wohl die Thiere, und ganz vornämlich die mit ſchlechterer Weide abgeſpeiſeten Hammel, ſichtlich zuruͤckgekommen waren. Vom 1ſten an blieben ſie im Stalle, bildeten mit noch andern 60 Erſtlingen und 40 alten Hammeln einen Haufen von 242 Stuͤck und bekamen taͤglich 3 Fut⸗ ter, naͤmlich:

1) Morgens 7 Uhr Roggenſtroh, circa Pfd. pr. Stuͤck. 2) Mittags Erbsſtroh, etwa ³ Pfd. pr. Stuͤck. 3) Abends 5 Uhr Weitzenſtroh, 1 Pfd. pr. Stuͤck. Dies bis zum 16ten December. Von da an: 1) Morgens 7 Uhr Pfd. Roggen⸗ und 1 Pfd. Weitzenſtroh, 1 ½ Pfd. pr. Stuͤck. 2) Mittags Kartoffeln, und zwar auf die 242 Stuͤck 3 Scheffel gehaͤuftes Maaß= 322 Pfd., macht auf's Stuͤck 1 ½ Pfd. oder wenigſtens 3 Pfd. Heu. 3) Erbsſtroh, etwa ¾ Pfd. pr. Stuͤck.

So 1 Monat, vom 16ten December bis 16ten Januar.

Nun fing die erwaͤhnte Verſuchs⸗Fuͤtterung an, nachdem die 144 dazu beſtimmten Stuͤcke in 6 Partien gleichmaͤßig vertheilt worden. Das zu reichende Koͤrnerfutter beſtand in Erbſen und Hafer. Letzterer wurde 5 Partien in gleicher, erſtere 3 Partien in verſchiedener Quantitaͤt gegeben. Die Ate und 5te Partie empfing keine Erbſen, die 6te weder Erbſen noch Hafer, und ſtatt deſſen Kartoffeln ſo viel, daß ſich von ihnen dieſelbe Nahrung, als von einer Haferpor⸗ tion erwarten ließ. Heu ſollte eigentlich, weil davon wenig uͤbrig war, fuͤr jetzt und ſo lange Erbsſtroh vorhanden, nicht gegeben werden. Erbſen wurden 24 Stunden gequellt und ſo wie der Hafer mit Haͤckſel gemiſcht und mit Waſſer angefeuchtet in die Krippen geſchuͤttet. Nach dem Koͤrnerfutter wurde Stroh auf die Raufen geſteckt. Zum Trank bis zum 1ſten Maͤrz bloßes Waſſer.