Erſtes Capitel.
Kenntniß und Betriebſamkeit des Unternehmers.
§. 4. Jeder, der ein Gewerbe betreiben will, muß ſich vorher die dazu erforderlichen Kenntniſſe an⸗ eignen. 4 §. 5. Je einfacher der Betrieb des Gewerbes und die dazu erforderlichen Mittel, um ſo ſchneller iſt es er⸗ lernt, um ſo weniger Faͤhigkeiten ſind zu dieſer Erlernung erforderlich; je vielſeitiger dagegen die auf einen Gewerbs⸗ betrieb einwirkenden Verhaͤltniſſe, je mannichfacher die zum Betriebe erforderlichen Mittel und die dabei einzuſchlagen⸗ den Verfahrungsweiſen ſind, um ſo viel mehr Zeit, natuͤr⸗ liche Anlagen und Vorkenntniſſe ſind zu der Erlernung er⸗ forderlich. 4 42 4 2 1 ae
Man macht gewöhnlich den Unterſchied zwiſchen Handwerk⸗ Kunſt und Wiſſenſchaft. Die Gewerbe, welche einfacher Art und mechaniſch vollkommen zu erlernen ſind, neunt man Handwerke (Schneider, Maurer ꝛc.). Diejenigen, wozu wiſſenſchaftliche Vor⸗ kenntniſſe und höhere Kunſtfertigkeit erforderlich, nennt man(abgeſe⸗ heu von der äſthetiſchen Bedeutung des Wortes) Künſte(Apotheker⸗ kunſt, Buchdruckerkunſt ꝛc.). Die meiſten Gewerbe, ja Handwerke, können durch höhere Intelligenz und wiſſenſchaftliche Behandlung zur Kunſt erhoben werden— die Kunſt kann aber auch durch Indolenz und handwerksmäßige Behandlung zum Handwerke herabſinken.—


