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dieſer klare Bericht immerhin alle billige Wünſche. Wir ſehen darin aus kleinen Anfängen große Dinge entſtehen und, was 9 mir wichtig ſcheint, eine Bewäſſerungskunſt ſich entwickeln, welche dem Bedürfniß ihre Entſtehung und der Berückſichtigung — aller örtlichen Verhältniſſe ihre Fortbildung verdankt. Doch geſtatte ich mir den folgenden Einwurf. Wenn das erreich— bare Product auf der einen, der Markt auf der anderen, der Arbeitspreis auf der dritten Seite in Pommern die ſauberen lombardiſchen Wieſenbeete ausſchließen ſollte, wie Herr von Senfft⸗Pilſach anzudeuten ſcheint; ſo möchte doch, durch hin und herleiten des Waſſers, auf abhängigen und welligen Grün— den der Vortheil jener Beete mit geringeren Koſten großen— theils erreicht werden können. In der Lombardey entſpringen die regelmäßigen Geſtaltungen des Wieſenbodens weniger aus einem unerläßlichen Bedürfniß, mehr aus der ebenen, ſanft abhängigen Bildung des größeren Theiles der bewäſſerten Grundſtücke. An den wenigen Stellen, an welchen der Boden wellig und ſtark abhängig iſt, erreicht man, dieſer Unregel— maßigkeit ſich anſchließend, beynahe gleiche Erfolge; wovon oben bey dem Haupthofe des Gutes Ticengo im cremoneſiſchen ein Beyſpiel in Erwähnung kam. Doch vielleicht nähern ſich demſelben jene Arbeiten des Wieſenmeiſters zu Gramenz, deren Plan und Richtung in dem mitgetheilten brieflichen Berichte unerörtert geblieben ſind.
Wir hätten demnach eine Reihe älterer Bewäſſerungen, welche zum Theil bis ins zwölfte Jahrhundert aufwärts reichen, in der Schweiz, zu beiden Seiten des Oberrheins, im limbur— giſchen, in Belgien*), bey Erfurt**). Wir
*) S. Salle de l'Etang(M. de la), Prairies artificielles. Bruxelles — 1758, in 120.
**) S. kurtzgefaßte hiſtor. Nachricht von denen bey der Thüringiſchen Hauptſtadt Erfurt gelegenen ſogenannten dreyen Brunnen, deren


