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häͤusliche Betriebſamkeit alter Zeiten ſo ganz hat überwältigen
können! Und wie man dem allen ſo gleichgültig zuſteht, als d könne es nicht anders ſeyn, und alle ſeine gerade vorräthige 1 ſ Humanität den Landwirthen und ihren Handarbeitern zuwendet! Am Rhein hin, über Augſt, wo römiſche Alterthümer und Pflanzſchulen für Maulbeerbäume, nach Baſel, wo ich vor—
mittags und noch frühe genug eintraf, um alſobald auf die 1 Bibliothek zu gehn. Hier fand ich bey dem Bibliothekar, Herrn 1 Profeſſor Gerlach, eine freundliche Aufnahme, der, in Geſell⸗ ſchaft des Herrn Profeſſor Wackernagel, viel beygetragen hat, die Tage, welche in Baſel zu verweilen mir geſtattet war, zu den angenehmſten meines Lebens zu machen. Und ſoll ich in 14 dieſer Beziehung auch Herrn Peter Viſchers erwähnen, der mit anderen Kunſtgegenſtänden auch eine Sammlung aztekiſcher Bildwerke beſitzt, welche der Zahl, wie der Auswahl nach in Europa ſchwerlich ihres gleichen hat. Der größere Theil meiner Zeit ward auf Kunſtbeſichti— gungen verwendet, von welchen an einer anderen Stelle ich einige Rechenſchaft abgelegt habe. An einem ſchönen Nach— mittage fuhr ich in Geſellſchaft genannter Herrn bis jenſeit Lörrach das berühmte Wieſenthal hinauf. Der kleine Bach, welcher jenem Thale den Namen gibt, dient zur Bewäſſerung ſehr ausgedehnter Wieſengründe, die bis drey Stunden auf— wärts ſich ausdehnen ſollen. Indeß liefen die Zuflußgräben überall zu tief, weßhalb man unzählige Schütten, oder Stem— men von Holzwerk überall aus dem Graſe hervorragen ſah, deren viele bey anderer Anlage der Gräben erſpart werden könnten. Die Bewäſſerungen ſtehen hier noch auf der niedrig— ſten Stufe; ſie ſind eigentlich nur Ueberſchwemmungen, oder Beſpülungen. Die Benutzung des Waſſers alternirt; eigent— liches Waſſereigenthum iſt hier, wie vielleicht bisher an keiner Stelle Deutſchlands vorhanden.
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