7
—
—
———
—
— —
————
—
246
Contraſt her. Offenbar, lernte ich damals, gewährt eine ge⸗ wiſſe äußere Gelaſſenheit der Liſt einen beſſeren Stützpunct, als jene Fluctuationen der Stimmung, jene Ausbrüche der heftigſten Leidenſchaftlichkeit, denen der italieniſche Roſſebän⸗ diger ſich hingab. Die Spitze indeß lag in dem, was nun erſt mir zur Kunde gelangte. Der deutſche Miethskutſcher hatte ſeinerzeit bis tief ins Wälſchland ſich gewagt, war in Bologna liegen geblieben, und alldort von ſeinen italieniſchen Zunftgenoſſen ſehr unbrüderlich behandelt worden. Zur Rache daher an allem wälſchen Blute, hatte er ſo feſt an ſeinem Rechte gehalten.— In dieſem kleinen Kriege, der weithinaus ſich verfolgen läßt, bilden und nähren ſich die nationalen Ab⸗ ſtoßungen heran, bis der Bruch unheilbar geworden. Wie ſolche nach der Hand bis in die höheren Regionen ſich fort— pflanzen und von hier aus ihre Blitze wiederum in die niede— ren zurückſenden, bleibt meiſt unbeachtet und verborgen; doch liegt es in einzelnen Fällen vor Aller Augen. Die Unarten und läppiſchen Reizbarkeiten untergeordneter Perſonen haben mehr, als ein Mal, durch eine lange Verkettung der Ereigniſſe zuletzt den Untergang von Staaten, Völkern und von all dem guten und löblichen herbeygeführt, das mit ihrem Daſeyn etwa verbunden war. Ich dächte, man ſolle ſichs hinter die Ohren ſchreiben: daß in der Politik muthwillige und zuchtloſe Handlun⸗ gen auch unbemerkbar kleiner Perſönlichkeiten zwar niemals ein poſitives Gute, doch häufig genug ein großes Uebel herbeyführen.
Von Zürich bis Stein am Rhein. Anfänglich ein offenes, dürres, doch wohlangebautes Land. Es waren die Halm⸗ früchte bereits eingebracht. Im Frühling mag dieſes Land ſich friſcher anlaſſen. Die Obſtbäume verſchwinden aus den Fel— dern; ſie würden den Cerealien im Wege ſtehen; auch möchte in dieſen Gegenden der Abſatz weniger geſichert ſeyn, als am Fuße des Hochgebürges.


