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Der Kunstwiesenbau : praktisch dargestellt auf der hochgräflich von Nimptsch'schen Herrschaft Geiersberg, Königgrätzer Kreises in Böhmen / von Stephan Weinar
Entstehung
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Da hiermit nun 59 Metzen Wieſe bewäſſerungsfähig gemacht worden ſind, ſo betragen die Koſten pr. Metzen ungefähr 99 fl. 48 kr. W. W.

Aus der vorliegenden Koſtenberechnung wird man deutlich er ſehen, daß dieſer Bau mit zu großem, den ökonomiſchen Verhält niſſen nicht ganz angemeſſenem Aufwande vorgenommen wurde. Um möglichen Rügen in dieſer Beziehung zu begegnen, muß ich erklären: daß dieſer Bau nur auf ausdrücklichen Befehl meines Herrn Grafen ſo luxuriös ausgeführt wurde und man deſſen Wün ſchen ſo viel als möglich zu entſprechen ſich um ſo mehr angelegen ſeyn laſſen mußte, als Derſelbe, als der erſte mir bekannte Unter nehmer, dieſe Wieſenbewäſſerung eingeführt zu ſehen wünſchte, der man, nach deſſen hoher Meinung, als einem der weſentlich wich tigſten Zweige einer rationellen Wirthſchaft, bis jetzt nur zu we nig Aufmerkſamkeit gewidmet habe. Wie viele der größten Herr ſchaften gibt es nicht, die, trotz eines wahrlich koloßalen Wieſen ſtandes im Verhältniß des ackerbaren Areals, dennoch mit Futter mangel zu kämpfen haben, während doch dieſelben durch eine zweck mäßige Meliorirung ihrer Wieſen dieſem Uebelſtande in Kurzem abhelfen könnten!

In welch' blühendem Zuſtande muß ſich nicht eine Oekonomie befinden, die, während ſie früher Tauſende zur auch nur dürftigen Unterhaltung des Viehes verſplittern mußte, nun im Ueberfluſſe ſchwelgt? Auf welcher Stufe der Vollkommenheit befindet ſich eine Wirthſchaft, wenn jährlich Summen zum Ankauf des nothwendigen Futters und Strohes verwendet werden müſſen? Sollte das hier Geſagte nicht hauptſächlich zur Nachahmung dieſer Wieſen-Meliori rung anſpornen? Zum Schluſſe will ich nun noch die glänzenden Reſultate zeigen, die dieſe Bewäſſerungsanlage gewährt hat.

Reſultate, die dieſe Bewäſſerungsanlage vom Jahre 18327 bis zum Schluſſe des Jahres 1840 bereits geliefert hat.

Nach der Burggrafenamts⸗Rechnung lieferte, nach einem zehn jährigen Durchſchnitte, die hier beſprochene Wieſe im Ganzen pr. Metzen 5 Ctr. Heu und Grummet.

Obgleich man wegen verſpäteter Arbeit auf das Be wiſſerungsgeſchaft im Herbſte des Jahres 1837 gar nicht denken,