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Der Kunstwiesenbau : praktisch dargestellt auf der hochgräflich von Nimptsch'schen Herrschaft Geiersberg, Königgrätzer Kreises in Böhmen / von Stephan Weinar
Entstehung
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und dieß nach der frühern Anweiſung vollendet; auf dieſe Art wird nun bis an das Ende fortgefahren.

Manchem der geneigten Herren Leſer dürfte die Frage ſich aufdringen:

ob es beſſer ſey, den Raſen zu einer Wand doſſirt, oder ohne Doſſirung, alſo perpendikulär, aufzuführen?

Hierüber bemerke ich Folgendes und überlaſſe es Jedem, das Beſte ſich daraus zu wählen.

a) Nach der Analogie anderer Gräben, die man in der Erde führen läßt und denen man durchaus die angemeſſene Doſ ſirung geben muß, wenn ſie haltbar ſeyn ſollen, ſollte man glau ben, daß auch bei dem erwähnten Raſenbau eine größere Halt barkeit durch die Doſſirung herbeigeführt werde. In gewiſſer Hin ſicht iſt dieß aber nicht der Fall; wenigſtens iſt eine ſtarke Doſſi rung hier eher ſchädlich als nützlich, und da eine Raſenwand ſich in mehr vertikaler Richtung leichter bauen läßt, als in ſchräger Rich tung, ſo iſt erſtere, nur in etwas modificirter Art, wie ich wei ter unten zeigen werde, der letztern allerdings vorzuziehen.

b) Baut man nämlich ohne beſondere Doſſirung, ſo wer den die Raſenſtücke gerade übereinander gelegt, wie in Tafel III, Fig. I, welche den Durchſchnitt einer Waſſerleitung vorſtellt, die Seite a zeigt. Die ſo übereinander gelegten Raſen üben einen gleichen Druck aus, und wenn im Fundamente, auf der Sohle des Grabens, keine Fehler gemacht worden ſind, ſo halten dieſelben, vermöge des gleichmäßigen Druckes, genug zuſammen, auch wenn ſie noch nicht ineinander verwurzelt ſind. Iſt dieß erſt einmal ge ſchehen, ſo kann der Raſen nicht leicht aus ſeiner Stellung wei chen, es müßte denn derſelbe von einem andern Gegenſtande Druck erleiden, was nur durch einen Fehler in der Conſtruction des Baues der Fall ſeyn kann.

c) Baut man dagegen mit ſtarker Doſſirung, ſo müſſen, wenn, wie dieß meiſt der Fall iſt, die Raſen ziemlich von einerlei Größe ſind, dieſelben übereinander zu liegen kommen, wie in Tafel III die Seite b darſtellt. Ein Senkblei man, von der Mitte des

oberſten Raſens gefällt wodurch ich den Druck desſelben aus drücken will fällt ſchon außerhalb des Fundament-Raſens, und

wenn durch das Erdaufſchütten hinter einer jeden Raſenſchichte, wie ich bereits bemerkte, nicht gleich zu Anfang die größte Feſtigkeit durch das Stampfen geſchafft wird, ſo ſinkt ſchon vermöge der eigenen Schwer