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durch, wie Hr. Dr. L. sagt,„das Feuer im Wasser vertheilt wird”, schon vor mehreren Jahren mit solchem Erfolg ange- wendet habe, dass mit einem nur 520 Pfund wiegenden Dampfkessel mit 5 Siederöhren 12,000 Quart Maäische in 14 Stunden abgebrannt werden konnten, Aber die Ge- schichte ist eine unerbittliche Richterin, und diese hat schon, in den ersten Jahrgängen des Polytechnischen Journals un- ter andern, dergleichen Kessel mit im Wasser vertheil-
tem Feuer aufgezeichnet.
B. Der Dampfwasser-Vorwärmer.
Ein im Rauchfang eingemauerter, von dem Rauchzug umspielter Wasserbehälter, aus Kupfer- oder Eisenblech.
Ein solcher Dampfwasser-V orwärmer ist. die wesentlich- ste Bedingung eines Brennmaterial ersparenden Dampfkes- sels; er bildet gleichsam einen Theil desselben. Ohne ‘hn müsste der Dampfkessel die beiden Funktionen verrichten:
1) das Wasser, welches ihm zur Speisung zugeführt wird, zum Kochen zu bringen, und '2) dasselbe in Dampf zu verwandeln.
Ein Dampfkessel, wenn er dem Begriff des Wortes und seinem Zweck vollständig entsprechen soll, darf aber blos Dampferzeuger, nicht zugleich Siedekessel seyn, Ein Dampfkessel zu 7200 Quart Maische verbraucht täglich wenigstens 2400 Quart Wasser. Um diese bis zur Sied- hitze zu erwärmen, werden, selbst wenn die Erhitzung in einem besonderen Kessel geschähe, 240 Pfund Holz und 3 Stunden Zeit erfordert. Diesc sind rein verchwendet, wenn die Erhitzung im Dampfkessel selbst erfolgt; ja in diesem ist der Brennmaterial-"und Zeitaufwand noch viel grösser, weil bei der Speisung mit kaltem Wasser dieses stets den untersten Raum im Dampfkessel einnimmt, wo die Hitze der denselben umspielenden Feuerluft*) am heftigsten, der Tem- peratur- Unterschied zwischen diesem und dem Speisewasser also am grössten ist. Je grösser aber der Temperatur- Ün- terschied zwischen dem Feuer und dem untersten Theil des
Dampfkessels ist, desto mehr Wärme wird dort dem Feuer ent-
*) So will ich, um nur ein Wort zu gebrauchen, die Flamme, die erhitzte Luft und.den Rauch nennen.


