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Beschreibung des Rheinländischen Dampf- Brenn Apparats in seiner jeisigen Dochsten Vereinfachung.
Auf der X.‘Tafel ist derselbe in Fig. 84. von der Seite und in
Fig. 85 von oben gesehen dargestellt.
A. Der Dampfkessel.
Jede alte noch brauchbare Blase, welches auch ihre Ge- stalt seyn möge, lässt sich für Brennereien in einen zweck- mässigen Dampfkessel umwandeln, so dass damit in gleicher Zeit 20— 30 Prozent Maische mehr abgebrannt werden kön- nen, als vorher, Nur im Finstern umhertappende Empyri- ker, oder Stubengelehrte, die vor lauter Bäumen den Wald nicht sehen, können Brennerei-Besitzer in die kostspielige Nothwendigkeit versetzen, ihre noch brauchbaren Blasen zu einem Spottpreise zu verkaufen und einen neuen, kostspie- ligen Dampfkessel anzuschaffen, den die Einen durchaus walzenförmig, Ändere so gross haben wollen, dass er wenigstens doppelt so viel Wasser, als die Maischblase Mai- sche enthalte! Die Herren haben läuten gehört, ohne zu wissen, wo die Glocken hängen. Sie haben keine Idee von dem Unterschiede zwischen mechanisch(als Kraft) und chemisch(als Träger der Wärme) wirkendem Dampf, und scheinen daher nicht zu wissen, dass walzenförmigen Dampfkesseln nur für Dampfmaschinen und nur darum der Vorzug gegeben wird, weil sie, bei gleicher Metalldicke, stärker sind, als anders gestaltete Dampfkessel(kugelför- mige ausgenommen), dass aber für Branntwein-Brennereien, wo die Spannung‘des Dampfes höchstens 5 des Drucks der Atmosphäre gleich kommen kann, jede noch brauchbare Blase stark genug ist, und es hier blos darauf ankommt, den nöthigen Dampf mittelst des wenigst kostspieligen Kes- sels und des möglichst geringsten Brennmaterial- Aufwandes zu erzeugen, Noch weniger scheinen sie zu wissen, dass eine waagerechte Siedefläche mehr Dampf erzeugt, als eine senkrechte von gleicher Grösse, und dass daher flache Bla-
sen, wie sie gewöhnlich sind, für Brennereien sogar den


