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Bericht über die am 27sten Januar 1843 in der Aula der Königlichen Thierarzneischule zu Berlin stattgefundene Versammlung von Landwirthen und Thierärzten : behufs Austausches der Erfahrungen und Ansichten über die Ansteckungsfähigkeit und Gelegenheits-Ursachen der Lungenseuche des Rindviehes
Entstehung
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unzweifelhaft feſtgeſtellt werde, weshalb ſie auch aus einem Orte und einer Heerde gewählt werden ſollen, worin ſeit mindeſtens 10 Jahren die Lungenſeuche nicht graſſirt hat, und daß die Fütterung und War⸗ tung derſelben möglichſt ihrer Geſundheit zuträglich ſei.

Aus jener erſteren Rückſicht ſollen dir Verſuchsthiere in einen Stall gebracht werden, worin ſeit Jahr und Tag kein Rindvieh ge⸗ ſtanden hat, um 8 Tage hindurch beobachtet zu werden. Und zwar wird der Kreisthierarzt Dr. Kuers die Rinder jene 8 Tage hindurch bei ſich aufgeſtallt erhalten, der ſich auf ſeinen Amtseid verpflichtet hält, alle einzelne, ihren geſunden Zuſtand bekundende Erſcheinungen zum Nachweis ihrer individuellen Geſundheit, der Wahrheit getreu aufzuzeichnen. Erſt, nachdem hierbei die völlige Geſundheit derſelben nachgewieſen worden, ſollen die Verſuche mit ihnen beginnen. In Betreff der Fütterung beſtimmten wir aber, daß ſie in Verwendung von vorzüglichem Heu und Stroh mit Getreideſchrot, beſſer mit Ha⸗ ferkörnern, während des Sommers von grünem Stallfutter, neben Quell⸗- oder Brunnenwaſſer beſtehe, um die Thiere in gut genährten und gemäſteten Zuſtand zu verſetzen. Denn ſie ſollen nach beendig⸗ tem Verſuche mit ihnen, im Falle, daß die Anſteckung erfolglos gewe⸗ ſen, verkauft und in Gegenwart eines Sachverſtändigen geſchlachtet werden, um deren inneren Zuſtand auf's Beſtimmteſte nachzuweiſen.

Zunächſt ſollen:

1) Drei Rinder der Atmosphäre Lungenſeuchkranker, deren mög⸗ lichſt genauer Berührung und der Einimpfung mit warmen Säften aus einem oder mehren Kranken ausgeſetzt werden, und zwar in dem⸗ jenigen Stalle ſelbſt, worin die Lungenſeuche ausgebrochen iſt. Sie ſollen im Falle der ſich nicht zugetragenen Anſteckung mindeſtens 3 Monate im Krankenſtalle bei derſelben Fütterung verbleiben.

2) Gelang deren Anſteckung nicht, ſo ſollen, bei ausreichenden Mitteln, um die größere Gewißheit zu erlangen, noch zehn andere Rinder, jedoch von möglichſt verſchiedenartiger Conſtitution, auf die ſelbe Weiſe wie jene 3 aufgeſtallt und geimpft werden. Nur je 5 dieſer Verſuchsthiere ſind in einen und denſelben Ort und Kranken⸗ ſtall zu bringen, damit die Infection von 2 Seuchen verſchiedener Ortſchaften geprüft werde.

Wie ſich die Seuche an dem Verſuchsorte zeigt, iſt von dem Be ſitzer der Heerde, oder, wo möglich, von dem hinzugezogenen Thierarzt zu beſchreiben, auch deren Gelegenheitsurſache, wenn ſie zu ermitteln aufzuführen.