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Bericht über die am 27sten Januar 1843 in der Aula der Königlichen Thierarzneischule zu Berlin stattgefundene Versammlung von Landwirthen und Thierärzten : behufs Austausches der Erfahrungen und Ansichten über die Ansteckungsfähigkeit und Gelegenheits-Ursachen der Lungenseuche des Rindviehes
Entstehung
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ſeuche war daher genügend conſtatirt. Wiederholt ſtellte ſich ſolches an 6 neuen Krankheitsfällen heraus, wovon 4 töodtlich verliefen. Das Uebel nahm nun zwar einen gelinderen Cha⸗ racter an, verſchonte aber von dem angekauften Vieh kein ein⸗ ziges Stück und graſſirte noch bis nach einem halben Jahre unter dem alten Viehſtamm. Als weiterhin abermals ein Einſchuß von 10 Haupt erhandelt ward, blieb dieſer geſund, ſo lange er in der Scheune aufgeſtallt war; ſo wie er in den Viehſtall gebracht wurde, erkrankte er. Nun glaubte ich den Grund des Uebels in der Beſchaffenheit des letzteren ſuchen zu müſſen. Ich bauete deshalb einen neuen Stall, band allen neuen Ankauf nur in dieſen an und erhielt mir ſolchen zwei volle Jahre hindurch geſund, während in dem alten Kuhſtall die Seuche ununterbrochen mit gleicher Stärke fortwährte. Die Fütterung war in beiden Ställen gleich, indeſſen waren dieſel⸗ ben Milchmädchen und Hirten in einem wie dem anderen Stalle beſchäftigt. Vielleicht dadurch oder auch durch einen anderen mir unbekannten Umſtand brach endlich auch in meinem neuen Stalle die Krankheit aus. Ein Viertel des Viehſtandes ging dabei verloren; der übrige erkrankte zwar auch, die Thiere bekamen ein gelindes Fieber, Huſten u. ſ. w., aber ſie gena⸗ ſen wieder und wurden auch nachher nicht wieder angeſteckt. Dieſe Erfahrung berechtigt mich zu der Behauptung, daß die Verſuchsthiere des Dr. Kuers, als ſie zu fiebern und zu hu⸗ ſten anſingen, ebenfalls an dem erſten Stadium der Lungen⸗ ſeuche gelitten haben. Denn das habe ich bemerkt, daß, wäh⸗ rend einige Thiere bei der Anſteckung ſehr ſchwer und rettungs⸗ los erkranken, andere nur leicht afſicirt werden und leicht wie⸗ der geneſen. Solche leicht erkrankten und geneſenen Rinder werden, wie mich vielfältige Erfahrungen belehrt haben, nie⸗ mals wieder von der Seuche ergriffen und ich muß daraus folgern, das das Einimpfen der Lungenſeuche ein ſicheres Prä⸗ ſervativ dagegen iſt. Seit 2 Jahren, nachdem ich, auf Er⸗ fahrungen geſtützt, neue Einrichtungen und Maßregeln getrof⸗ fen habe, iſt die Lungenſeuche in meinen Viehſtällen nicht wie⸗ der zum Vorſchein gekommen.