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Ueber die zweckmaͤßige Verbindung der techni⸗ ſchen Gewerbe mit der Landwirthſchaft.
180. Der Ertrag der Landwirthſchaft kann in ſehr vie⸗ len Faͤllen ungemein durch die mit ihr in Verbindung geſetzte Anlage von techniſchen Gewerben gehoben werden. Darunter ſind jedoch vorzugsweiſe nur diejenigen zu verſtehen, welche ſich mit der Verarbeitung landwirthſchaftlicher Produkte befaſ⸗ ſen, oder doch auf eine fuͤr ihn vortheilhafte Art mit dem Be— trieb der Landwirthſchaft in Verbindung zu bringen ſind; z.
B. Brauerei, Branntweinbrennerei, Staͤrkefa⸗
brik, Runkelzuckerfabrikation, Ziegeleien ꝛc.
Andere Fabrikanlagen paſſen fuͤr den Landwirth, als ſolchen,
nicht, und koͤnnen, ſeine Aufmerkſamkeit und ſein Kapital
dem Hauptunternehmen entziehend, ſeinen Ruin herbeifuͤhren.
Selbſt jene techniſchen Gewerbe bringen oft nicht den erwar—
teten Gewinn, weil ihr Ertrag durch das haͤufige Mißlingen
der Fabrikate, durch die Schwierigkeit des Abſatzes, durch un⸗ vermeidliche Verluſte bei dem Verkauf und durch die große
Abnutzung der dazu nothwendigen Gebaͤude und Geraͤthſchaf⸗
ten nicht ſelten ſehr herabgeſetzt wird, wenn ſie zumal im
Ganzen nicht zweckmaͤßig betrieben werden.
181. Die Klugheit gebietet demnach jedem Landwirth, ſich nur mit ſolchen Gewerben einzulaſſen, wozu 1) ſein Vermoͤ⸗ gen hinreicht, die 2) die Gelegenheit zu einer hoͤheren Acker⸗ benutzung darbieten, 3) einen guͤnſtigen Einfluß auf die Duͤn⸗ gererzeugung ausuͤben und 4) die volle Beſchaͤftigung der Ar— beiter zu einer Zeit geſtatten, wo der gewoͤhnliche Ackerbau nicht dazu ausreicht.
Daraus ergeben ſich folgende wichtige Regeln fuͤr den Landwieth bei der Anlage techniſcher Gewerbsbetriebe neben der Landwirthſchaft:.
a) er mache ſich mit dem Gewerbe, das er betreiben will, theoretiſch und praktiſch vollſtaͤndig bekannt;“
b) er waͤhle nur ſolche Fabrikationen, die auf irgend eine Weiſe vortheilhaft fuͤr die uͤbrigen Wirthſchaftszweige ſeyn koͤnnen;
c) er huͤte ſich, große geliehene Kapitale auf techniſche Gewerbe zu verwenden, wenn zumal ſeine Exiſtenz ohne⸗ dieß ſchon gefaͤhrdet iſt. Solches iſt gefaͤhrlicher als das Hazardſpiel,
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