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ten, und man hat Recht, wenn man kein höheres Betriebs⸗Kapital anlegen kann, und der Oberauf⸗ ſeher kein Mann von ungewöhnlicher Thätigkeit und Scharfſinn iſt. Aber dann kann man auch keine vollkommene Produktion von dieſen Wirthſchaften erwarten. Der Verfaſſer meint, daß Pachthöfe von 4oo bis 600 engl. Aeckern(600 bis 900 Magdeb. Morgen) die zweckmäßigſten wären, ohne jedoch alle kleinere, beſonders in der Nachbarſchaft von Städten,
auszuſchließen, und darin ſtimme ich ihm völlig bey.
Auch das, was der Verfaſſer über völlige, un⸗ beſchränkte Freiheit des Getreidehandels ſagt, ſtimmt zu ſehr mit dem überein, was ich im zweyten Bande meiner engliſchen Landwirthſchaft und in verſchiedenen Stellen der Annalen geſagt habe, als daß ich mich dabey verweilen ſollte. Ich glaube, daß das, was er ſagt, zur Ueberzeugung mancher, die noch zu feſt an alten eingeſogenen Vorurtheilen hängen, beytragen kann, weil er das Nachtheilige aller der Beſchrän⸗ kungen, und den zweckwidrigen Effekt, den ſie hervor⸗ bringen, in ein ſo helles Licht ſtellt. Es iſt und bleibt ewig eine Thorheit, durch Regulationen des Korn⸗ handels gleichmäßige Preiſe bewirken zu wollen. Der Preis des Getreides richtet ſich, wie der einer jeden Waare, nach der Quantität, worin ſie vorhanden iſt, und nach der Nachfrage. Iſt viel Getreide vorhanden, ſo muß es wohlfeil werden, um ſo mehr, da es eine Sache iſt, die ſich ohne großen Verluſt nicht aufbe⸗ wahren läßt, und eine ſo große Konkurrenz von


