verdanken. Wenn gleich die von Jahrzehent zu Jahr⸗
zehent ſich einander verdrängenden mediciniſchen Sy⸗ ſteme und ſchulgerechten Curmethoden einander ſo
gerade entgegengrſetzt ſind, daß es den Anſchein hat, als müßte nothwendig durch die eine oder die
an dre eine große Menſchenzahl, die den Aerzten in
die Hände fiel, gemordet ſeyn, ſo iſt dies doch nicht
der Fall. Wenn gleich alle Krankheiten jetzt im ver⸗ dickten inflammatoriſchen Blute, jetzt in den erſten Wegen, dann in den Nerven, bald im mangeln den Sauerſtoff, bald in derherabge⸗ ſtimmten Erregung ihren Grund haben ſollten, und fonach Blutlafſen, Brechen und Purgi⸗ ren, Nervenſtärkungen, Säuren und Reiſtz⸗ mittel in den Schriften und auf den Lehrſtühlen der Aerzte— oft ſogar eines und deſſelben jedesmal in⸗ fallibeln Mannes— an der Tagesordnung waren; ſo hatte es doch damit in der Praris im allgemeinen nicht ſo gar biel zu bedeuten, und eine gewiſſe ra⸗ tionelle Empirie hat bey der wirklichen Behand⸗ lung der Kranken über die Syſteme— ſelbſt ihres ſchnellen Wechſels wegen— die Oberhand behalten; ſo daß man beſtimmt ſagen kann, es ſterben jetzt we⸗ niger Menſchen an hitzigen Krankheiten, beſonders Iunge Leute und Kinder, unter den Händen der Aerz⸗
te, gleichviel ob dieſe Hänianer, Stollianer oder Brow⸗ mianer ſind. Weit mehrere Krankheiten werden im erſten Anfange erſtickt, da jedermann gelernt hat, den Anzeigen der Natur mehr zu folgen, dieſe durch ein diätätiſches Verhalten zuunterſtützen und ihr nicht


