Teil eines Werkes 
Bd. 2 : Abth. 2 (1801) Nachträge zu den ersten Capiteln des ersten Bandes enthaltend
Entstehung
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Schaafzucht voraus. Die Schaͤfer halten naͤmlich ein weites Umherſtreifen der Schaafe, und eine abwechſelnde Weide auf hohen und niedrigen Gegenden, auf fetten und mageren Gruͤnden, zu ihrem Gedeihen nothwendig. Und freilich war dieſe Abwechſelung der Weide auf un⸗ ſern ungeſunden und verwilderten Schaaftriften noͤthig. Das auf hohen, duͤrren Triften ausge⸗ hungerte Vieh mußte, um Nahrung zu erhalten, in feuchte, ſumpfigte Gruͤnde getrieben, und, um dem Nachtheil dieſes den Schaafen ſo ſchaͤdlichen Fraßes vorzubeugen, ſchnell wieder auf trockene Heidhuͤgel gefuͤhrt werden. Denn eine geſunde, den Schaafen angemeſſene, gleichfoͤrmige Weide hat und kennt man in unverkoppelten Gegen⸗ den nicht. Man war von der Nuͤtzlichkeit dieſes weiten Umherſtreifens ſo uͤberzeugt⸗ daß

man die Vorzuͤge der ſpaniſchen Schaafzucht

faſt allein den weiten Reiſen beymaß, welche die dortigen Heerden machen; eine Meynung⸗ die durch Laſteyrie's vortreffliche Beſchrei⸗ bung der ſpaniſchen Schaafzucht nun voͤllig widerlegt iſt. Aber nirgends wird die Schaaf⸗ zucht vollkommener und mit groͤßerem Vortheil betrieben, wie in den verkoppelten Diſtricten Englands, wo man die Schaafe hirtenlos, und ohne alle weitere Sorge, auf denen ihnen ausgeſetzten cultivirten, ſorgfaͤltig abgewaͤſſerten und zweckmaͤßig beſaamten Koppeln weiden