Teil eines Werkes 
[Erg.Bd.] (1806) Zusätze zum ersten Theile der ersten und zweyten Auflage
Entstehung
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niedergetreten und ſogleich wieder gegraben und beſtellet wurde, ſo daß dieſer Fleck die Aufmerkſamkeit aller Soldaten erregte.

Vom dieſem Striche Landes ſcheint aller betrieb⸗ ſamere Ackerbau uͤberdem ausgegangen und ſich von daher durch das noͤrdlichere Europa verbreitet zu haben. Hier erhielt der Ackerbauer zuerſt und allein Freiheit und buͤrgerliche Rechte, wie er noch durch das ganze

uͤbrige Europa in ſklaviſchem Unmuth und Traͤgheit,

ohne Eigenthum, den Acker nothduͤrftig beſtellte, und der Ritter auf ſeiner Burg, zufrieden, wenn ihm ſein Bedarf geliefert wurde, ſich um die Fruchtbarkeit ſeiner Felder nicht bekuͤmmerte. Wie aber der Tauſchwerth der Produkte ſtieg, und die Herren des Landes bemerk⸗ ten, daß der Acker bey beſſerer Cultur ein baares Ein⸗ kommen gaͤbe, ſuchten ſie ſolche zu befoͤrdern, und da dies durch die abgeſtumpften Bauern nicht geſchehen konnte, ſo zogen ſie aus dem bevoͤlkerten und induſtrie⸗ vollen Flandern Colonen herbey, die einen Strich Landes gegen einen beſtimmten Zins annahmen, ſich aber perſoͤnliche Freiheit, Eigenthum und beſondere Rechte vorbehielten, die deshalb unter dem Namen der Flamiſchen bekannt ſind. Der gemeinſchaftliche Urſprung dieſer Colonen, welche man faſt in allen Laͤndern des noͤrdlichen Europa's antrifft, iſt unver⸗ kennbar; da ſie ihre beſonderen Rechte, Gebraͤuche, Sitten, einzelne Ausdruͤcke und Kleidung, zuweilen eigenthuͤmliche Beſtellungsart, Werkzeuge, Viehracen beybehalten haben. Vorzuͤglich ſiedelten ſie ſich an den Ufern der Fluͤſſe, den Niederungen oder Marſchen an, deren hohe Fruchtbarkeit ſie kannten, die aber kein

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