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Die Aickerwerkzeuge. 23
unſchaͤdlicher macht. Deshalb hat man wohl ſeine Zuflucht dazu genommen, wenn man beſorgte, es den Leuten nicht begreiflich machen zu koͤnnen, wie ſie einen ſolchen Pflug handhaben muͤßten. Auf unebenem Boden iſt ſie nun ganz unanwendbar. kommt, ſo muß ſich die Spitze des Schaars aus dem Boden herausheben. 1 Beſſer iſt es noch immer, ſtatt einer ſolchen Stelze ein kleines Rad anzubringen, etwa wie das an dem Schaufelpfluge im dritten Hefte meiner Ackerwerkzeugsbeſchreibungen, Tafel 5 und 7, abge⸗ bildete. Dies giebt doch weniger Friktion. Man hat ſich auch wohl eines ſolchen Rades dicht vor dem Pflugkoͤrper ſtatt des Meſſers bedient, indem man dies Rad ſcharfſchneidend an den Kanten ge⸗ macht hat. Man glaubte naͤmlich dadurch das Durchſchneiden, beſonders des raſigen Bodens, zu befoͤrdern. Allein es muß natuͤrlich ſchwer ſeyn, das Eindringen dieſes Rades zu bewirken, und die⸗ ſes koͤnnte nur durch eine ſehr ſtarke Tendenz, die man dem Pfluge mittelſt des Schaars in dem Erd⸗ boden gaͤbe, oder durch ein Vorgeſtell, welches den Baum herunterzoͤge, bewirkt werden, und koͤnnte
alſo nur die Friktion und Kraftverſchwendung vermehren, ohne irgend einen erheblichern Nutzen als
das Meſſer zu ſtiften.
Auch hinter dem Pflugkoͤrper hat man ein Raͤdchen anbringen wollen, um dadurch die Friktion
der Pflugſohle auf dem Boden der Furche zu vermindern. Ddie Unzweckmaͤßigkeit dieſer Kuͤnſtelen leuchtet von ſelbſt ein..
Noch hat man ein Rad von eiſernen Speichen ohne Felgen auf der Seite des Streichbretts, deſſen Axe durch dieſes hindurchging, und mit dem andern Ende in die linke Sterze faßte, am Pfluge angebracht. Die Speichen waren unten ſchaufelfoͤrmig, und man wollte dadurch eine Zerkleinerung des umgeworfenen Streifens bewirken. Auf loſem ſandigem Boden ſpielte dies Rad allerdings mit dem Sande, und ſchaufelte ihn herum. Es war aber ſchon hier mit einer ſehr vermehrten Friktion verbunden, und der Pflug mußte ſtark auf die rechte Seite gedruͤckt werden, damit er ſich nicht uͤberlehnte. Auf zaͤherem Boden, wo dieſes eigentlich nur von Nutzen ſeyn koͤnnte, ging es durchaus nicht. 2
§. 1ar. Unter verſchiedenen andern Kuͤnſteleien, die man an dem Pfluge angebracht hat, erwaͤhne ich
nur der folgenden:
Weil das Umlegen einer zaͤhen Grasnarbe nicht immer vollſtaͤndig bewirkt wird, ſondern ſolche auf der Kante ſtehen bleibt, ſo hat man dem hinteren Theile des Streichbrettes, da, wo es ſich uͤber die Erde erhebt, eine Beweglichkeit gegeben, oder vielmehr mittelſt eines Charniers noch ein dreieckiges Stuͤck angehangen, welches man vermittelſt einer Schraube vorwaͤrts bringen kann, ſo daß es ganz uͤberſtehe, und den Streifen voͤllig herumſtreiche. Man hat es vorzuͤglich an den Doppelpfluͤgen, wovon wir reden werden, angebracht, aber auch an den einfachen empfohlen. Daß es dieſen Nutzen leiſten koͤnne, natuͤrlich mit ſehr vermehrter Friktion und unter einem beſtaͤndig noͤthigem Gegendrucke auf die rechte Seite, hat kemen Zweifel. chen Faͤllen dieſen Zweck durch einen dem Pfluge nachfolgenden Menſchen, der die aufſtehenden Strei⸗ fen herumdruͤckt, zu erreichen, eher man ſich zu dieſer kuͤnſtlichen und wohl immer ſehr wandelbaren Zuſammenſetzung des Streichbretts entſchließt. 8
Etwas aͤhnliches bewirkt der in Beilgien gebraͤuchliche Streichhaaken, welcher aus einem Brette beſteht, woran eine Stange von zaͤhem Hotze beſindlich iſt, und welchen man mittelſt eines Haakens in ein Ohr hinter dem Streichbrette anhaͤngt. Streichhaaken mit dem Streichbrette einen mehr oder weniger ſtumpfen Winkel bildet. Er geht nun in paralleler Richtung mit dem Pfluge fort, und haͤlt ſeine Stange hoͤher oder niedriger, je nachdem
Indeſſen fraͤgt es ſich, ob es nicht rathſamer ſey, in ſol⸗
Denn, wenn ſie auf einen Hoͤcker oder Stein
Mehrere Zu⸗ ſaͤtze am Pfluge.
Ein Kerl faßt die Stange, und ſtellt ſich ſo, daß der


