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Das Wichtigste vom innern Bau und Leben der Gewächse : für den praktischen Landwirth faßlich dargestellt ; Mit 4 Steindrucktafeln / von E. A. Rossmäßler, ...
Entstehung
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184 Zwölftes Kapitel.

(Daß man dieß ſonſt exogenes Wachsthum nannte und we⸗ ſentlich von dem der Monokotyledonen, als einem endogenen, verſchieden glaubte, wurde ſchon fruͤher bemerkt.)

Auf dem Querſchnitte eines im Wachsthum begriffenen Dikotyledonenſtengels erkennt man leicht an dem groͤßeren Saftgehalt unter der Rinde die aͤußerſte Holzſchicht als die juͤngſte hinzuwachſende, mit welcher gleichen Schrittes die Rinde durch Hinzubildung neuer Zellen innen zunimmt.

Unbegreiflicherweiſe fehlt es jedoch noch an ſorgfaͤltigen Beobachtungen uͤber die naͤheren Vorgaͤnge bei dem peripheri⸗ ſchen Wachsthum der dikotyledoniſchen Holzpflanzen.

Bisher nahm man ziemlich allgemein an, daß die pe⸗ ripheriſche Umlagerung des alten Holzes mit der neuen Holz⸗ lage von der Stengelſpitze aus nach abwaͤrts erfolge; ja man ging ſo weit, anzunehmen, daß ein von den Blaͤttern zu⸗ bereiteter Bildungsſaft(Cambium genannt), zwiſchen Rinde und Holz herabſteige und unterwegs den neuen Holzring bilde. Allein dabei wuͤrde in vielen Rinden, die man vor⸗ zugsweiſe mit der Herableitung dieſes Saftes betheiligt, das leitende Organ dazu fehlen. Als Extravaſat, d. h. außerhalb der Grundorgane der Rinde und des Splintes in einem freien Raume befindlich, kann man aber unmoͤglich das Cambium betrachten wollen, und wenn auch der reichliche Saft, den man unter der abgeſchaͤlten Rinde z. B. einer Weidenruthe im Mai findet, frei zwiſchen Rinde und Holz zu ſein ſcheint, ſo iſt dieß eben nur ſcheinbar, denn er iſt in außerordentlich zartwandigen, bei dem Schaͤlen zerriſſenen Zellen eingeſchloſſen geweſen. Daher verſteht man in neuerer Zeit unter Cambium nicht mehr jenen Bildungsſaft, ſondern die ganz junge zart⸗ haͤutige davon ſtrotzende Holzſchicht.

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