Die Aſſimilation des Kohlenſtoffs.
Die Eigenſchaften des Humus und der Humusſäure der Chemiker ſind von den Pflanzenphyſiologen unbegreiflicher Weiſe übertragen worden auf den Körper in der Dammerde, den man mit dem nemlichen Namen belegt; an dieſe Eigen⸗ ſchaften knüpfen ſich die Vorſtellungen über die Rolle, die man ihm in der Vegetation zuſchreibt.
Die Meinung, daß der Humus als Beſtandtheil der Dammerde von den Wurzeln der Pflanzen aufgenommen, daß ſein Kohlenſtoff in irgend einer Form von der Pflanze zur Nahrung verwendet wird, iſt ſo verbreitet und hat in dem Grade Wurzel gefaßt, daß bis jetzt jede Beweisführung für dieſe ſeine Wirkungsweiſe für überflüſſig erachtet wurde; denn die in die Augen fallende Verſchiedenheit des Gedeihens von Pflanzen in Bodenarten, die man als ungleich reich an Hu⸗ mus kennt, erſchien auch dem Befangenſten als eine genügende Begründung dieſer Meinung.
Wenn man dieſe Vorausſetzung einer ſtrengen Prüfung unterwirft, ſo ergiebt ſich daraus der ſchärfſte Beweis, daß der Humus in der Form, wie er im Boden enthalten iſt, zur Ernährung der Pflanzen nicht das Geringſte beiträgt.
Durch das Feſthalten an der bisherigen Anſicht hat man von Vorn herein jede Erkenntniß des Ernährungsprozeſſes der Pflanzen unmöglich gemacht, und damit den ſicherſten und treueſten Führer zu einem rationellen Verfahren in der Land⸗ und Feldwirthſchaft verbannt.
Ohne eine tiefe und gründliche Kenntniß der Nahrungs⸗ mittel der Gewächſe und der Quellen, aus denen ſie entſprin⸗ gen, iſt eine Vervollkommnung des wichtigſten aller Gewerbe, des Ackerbaues, nicht denkbar. Man kann keine andere Urſache des bisherigen ſo ſchwankenden und ungewiſſen Zuſtandes un⸗
ſeres Wiſſens auffinden, als daß die Phyſiologie der neuern
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