Während meines Aufenthaltes in Paris gelang es mir, im Winter 182%, eine analytiſche Unterſuchung über Howard's fulminirende Silber⸗ und Queckſilber⸗Verbindungen, meine erſte Arbeit, zum Vortrag in der Königlichen Akademie zu bringen. Zu Ende der Sitzung vom 22. März 1824, mit dem Zu⸗ ſammenpacken meiner Präparate beſchäftigt, näherte ſich mir, aus der Reihe der Mitglieder der Akademie, ein Mann und knüpfte mit mir eine Unterhaltung an; mit der gewinnendſten Freundlichkeit wußte er den Gegenſtand meiner Studien und alle meine Beſchäftigungen und Pläne von mir zu erfahren; wir trennten uns, ohne daß ich, aus Unerfahrenheit und Scheu, zu fragen wagte, weſſen Güte an mir Theil genommen habe. Dieſe Unterhaltung iſt der Grundſtein meiner Zukunft ge⸗ weſen, ich hatte den für meine wiſſenſchaftlichen Zwecke mäch⸗ tigſten und liebevollſten Gönner und Freund gewonnen. Sie waren Tags zuvor von einer Reiſe aus Italien zu⸗ rückgekommen; Niemand war von Ihrer Anweſenheit unterrichtet. Unbekannt, ohne Empfehlungen, in einer Stadt, wo der Zuſammenfluß ſo vieler Menſchen aus allen Theilen der Erde das größte Hinderniß iſt, was einer näheren perſönlichen Be⸗ rührung mit den dortigen ausgezeichneten und berühmten Na⸗ turforſchern und Gelehrten ſich entgegenſtellt, wäre ich, wie ſo viele Andere, in dem großen Haufen unbemerkt geblieben
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Die organische Chemie in ihrer Anwendung auf Agricultur und Physiologie / von Justus Liebig
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