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335 ſchwinder, als mit der Schere arbeiten; und ein derley mit einer Scheide verſehenes Meſſer, wie die engliſchen Patent Barbier⸗ meſſer ſind, ſoll zu dieſem Behuf beſſer, als jede Schere ſeyn, in⸗ dem man die Wolle genau an der Haut abſcheren kann, wozu aber eine beſondere Übung erforderlich iſt. Ich habe derley Meſſer mit einer Scheide ſelbſt noch nicht geſehen, kann mir aber ihre gute Wirkung vorſtellen.
632. Nach der Schur ſind dieſe Thiere ſowohl gegen heißen Sonnenſchein und rauhe Winde, wodurch die Haarſpitzen ſich ſpalten, als gegen kühle Nächte und alle Räſſe ſehr empfindlich, weßhalb man ſie wenigſtens acht Tage in einer angemeſſenen Tem⸗ peratur wider dieſe äußern Einwirkungen ſchützen, und auf eine ergiebige Weide bringen muß, indem ſie unter dieſen Umſtänden eine große Freßluſt zeigen, weil ihre Natur einen Erſatz an Kräften, von dem in den letzten Zeiten durch den warmen Pelz verurſachten Überreiz an Ausdünſtung und zur Reproduction der Wolle, verlangt.
633. Das Üüberziehen der Schafe mit Ocker⸗Erde(der ſoge⸗ nannten Almagra) habe ich hin und wieder in Spanien, wie ich ſchon erinnerte, bey den Transhumantes⸗Herden im Gebrauch gefunden, um wider die Sonnenhitze und die kalten Winde die entblößte Haut zu ſchützen, und Hautkrankheiten dadurch zuvor⸗ zukommen. Man macht zu dieſem Behufe eine dünne Brühe von dieſer lehmartigen Erde und von Waſſer, und beſtreicht damit den ganzen Körper des Thieres unmittelbar nach der Schur: ein Ge⸗ brauch, der für manche Gegenden vielleicht nicht ganz verwerflich iſt. Es gibt auch Schafzüchtler, welche ihre Schafe nach der Schur über und über mit Buttermilch waſchen, oder mit anderer Milch, die ſie mit vielem Salz und etwas Waſſer vermiſchen, und die geſchornen Schafe damit einreiben, indem dieſes Mittel nicht nur den Schafen die Wolle, ſondern auch jedem andern Thiere die Haare ſtark wachſen machen ſoll. Eigene Verſuche habe ich hierüber noch nicht angeſtellt; wohl aber mit Ohl, jedoch nicht mit gutem Erfolge, indem ich bald belehrt wurde, daß die


