184 Sechſte Abhandlung.
gefärbten Blaͤtter iſt auch der im Weingeiſte aufloͤsbare Theu, wie ich noch zeigen werde; 2) die Wirkung des Sonnenlichts entzieht der Tinktur aus dem Holze mit dem Weingeiſte die Farbe gaͤnzlich. Sonach wirkt die Son⸗ ne auf gleiche Art auf den naͤmlichen Koͤrper, er mag nun in dem Holze, als ſeinem natuͤrlichen Sitze, oder im Wein⸗ geiſte, der ihn den erſtern entzieht, vorhanden ſeyn; 3) dieſe Tinktur behaͤlt ihre Farbe im Dunkeln, wenn man ſie darin gleich in demſelben Grade von Waͤrme erhaͤlt, welcher der Sonnenwaͤrme gleich iſt.
15. Thatſachen, zu Beſtaͤtigung des Vorherge⸗ henden.
Da der Splint weniger Harztheile enthaͤlt, als das vollkommene Holz, aus dem ſonach auch der Weingeiſt weniger Harz auszieht,— wie die Farde der Tinktur be⸗ ſonders aber der Verluſt, den die im Weingeiſte gelege⸗ nen Hoͤlzer in ihrem Gewichte leiden, beweißt,— ſo muß⸗ te auch ſeine Farbe vom Lichte weniger angegriffen wer⸗ den, weil er weniger Theile enthaͤlt, auf welche es wirken kann. Dies ließ uns die Vernunft muthmaßen, und eben dies lehrt uns auch die Erfahrung, wie ich bereits geſagt habe.
Mit Firniß uͤberſtrichene oder mit weſentlichen Oe⸗ len getraͤnkte Hoͤlzer wurden mir am Lichte geſchwinder und ſtaͤrker braun, als die andern, weil durch dieſes Ver⸗ fahren die Harzcheile, mit denen das Licht ſo viel Ver⸗ wandſchaft hat, vermehrt wurden.
Ich habe den Verſuch mit Genauigkeit angeſtellt.
Ich beſtrich die Hoͤlzer mit Hauſenblaſe in Weingeiſt auf⸗ geloͤßt. Auf dem Tannenholze haftete der Firniß recht gut, außer um einen Aſt herum. Aber ganz unmoͤglich ward
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