16 Zweite Abhandlung.
Es geſchieht aber noch mehr. Beraubt man die lebhafteſten Grasleder der Einwirkung des Lichts, ſo be⸗
kommen ſie bald, wie andre Pflanzen, die Bleichſucht.
Sie nehmen eine gelbe Farbe an und hoͤren auf zu vege⸗ tiren, ob ſie gleich bei dieſer Krankheit mehrere Monate hinleben; und in der That geht doch alsdann ein großer Theil davon daruͤber ein.
Endlich hege ich auch die Vermuthung, daß dieſe Grasleder das Licht ſuchen, ſo wie die Gallerten; doch fehlt mirs noch an hinreichenden Beweiſen, dies zu be⸗ haupten.
4. Vom Einfluſſe des Lichts auf die Erzeugung dieſer Grasleder und der reinen Luft, die ſie ausſtoßen.
Die Geraͤthſchaft, deren ich mich zu dieſen Verſu⸗ chen bediene, iſt die naͤmliche, von mir in der vorherge⸗ henden Abhandlung beſchriebene, und meine Behandlung ebenfalls ganz dieſelbige. Nur muß ich anmerken, daß wenn ich den Glocken die unmittelbare Einwirkung des Lichts entziehen will, ich ein Fayancegeſchirr uͤber ſie de⸗ cke, an dem der Rand der Oefnung auf der Unterſez⸗ ſchaale, oder lieber auf dem Boden eines Napfes voll Waſſer ruht. Ich nehme hiezu lieber einen Napf, als eine Unterſezſchaale, weil er von der mit Waſſer gefuͤllten Glocke, die im Finſtern ſtehen ſoll, das Licht beſſer ab⸗ haͤlt, er muß aber ſo tief, als moͤglich, ins Waſſer ver⸗ ſenkt werden.
Die Glocken, die ich dazu nahm, wurden immer in ein gegen Suͤd⸗Weſten gelegenes Fenſter, das die Sonne beſtaͤndig von 11 bis 5 Uhr beſchien, geſtellt. Einen Theil dieſer Verſuche machte ich im Jahr 1780, vom Anfange des Junius bis zum 13. Auguſt. 20)
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