Teil eines Werkes 
Vierter Band (1810) Lehrbuch der Nazional-Oekonomie / von Julius Gr. v. Soden
Entstehung
Einzelbild herunterladen

44

bungskoſten ſich ſelbſt wieder verſchlingen, alſo weir hoͤher berechnet werden muͤſſen, von dem Nazionalver⸗ moͤgen ein weit groͤßerer Antheil in Staatsvermoͤgen verwan⸗ delt werden muß, als der Staatsbedarf an ſich heiſchte. Die bedeutende Zahl von Officianten, welche die Erhebung der indirekten Auflagen nothwendig macht, gehoͤrt unſtreitig unter die reinen Konſumenten im nazional⸗oͤkonomiſtiſchen Sinn; diejenigen, welche fuͤr den Nazional-Reichthum nichts produziren, vielmehr an deſſen Verminderung arbei⸗ ten und die fuͤnßte Klaſſe der Konſumenten bilden(Naz. Oek. 1. B. S. 143. folg.).

Derjenige Zug aber, durch welchen die mehreſten indirek⸗ ten Auflagen in ihrer jezigen Organiſazion ſich am un⸗ vereinbarſten mit dem ethiſchen Prinzip der Nazional⸗ Oekonomie(Naz. Oek. 1. B. S. 14.) ausſprechen, iſt ihr

hoher Nachtheil fuͤr die Moralitaͤt.

538.

Die dritte Klaſſe der Auflagen ſind die Staats⸗

Monopole(568.). Die erſte Gattung derſelben, wo naͤmlich der Staat eine gewiſſe Gattung von Produkten ſich als Staatseigenthum vorbehalten hat, um ihnen einen ihren po⸗ ſitifen und verglichenen Werth uͤberſteigenden Preis zu beſtimmen, aus dieſem Ueberſchuß aber die Staats⸗ auflage zu bilden, wuͤrde an ſich in das nazional⸗oöͤkonomiſtiſche Auflagenſyſtem einpaſſen. Nur hat ſie Einen dem Nazional⸗ Wohlſtande nachtheiligen Zug. Der Staat muß naͤmlich zu dieſem Monopol Produkte abſoluten Werths waͤhlen, z. B. Salz, Getraͤnke u. ſ. w. Dieſer abſolute Werth muß die Regierung reizen, der Preisbeſtimmung eine dem Nazio⸗ nalprinzip widerſtrebende Ausdehnung durch Ueberſpannung der Preiſe oder Verſchlechterung der Waare zu geben. 539.

Die Vereinbarkeit jener Monopolauflagen mit

der Nazional⸗Oekonomie, laͤßt ſich nur dann und in dem ſeltenen Falle vertheidigen, wenn das Produkt ſich als

2

ℳj4