Teil eines Werkes 
Vierter Band (1810) Lehrbuch der Nazional-Oekonomie / von Julius Gr. v. Soden
Entstehung
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der Nazional⸗Oekonomie nicht zuſagen. Sie wuͤrde einen großen Theil des Stoffs unbenutzt laſſen, und alle diejenige Zweige der Produkzion laͤhmen, zu welchen ein bedeutender Kapital⸗Stoff, alſo auch eine große Maſſe von Produktif⸗ Kraft, alſo die Miethung fremder Produktif⸗Kraft uner⸗ laͤßlich nothwendig iſt. Dieſes Beyſpiel beweiſt, daß auch die Idealiſazion der Nazional⸗Oekonomie Graͤnzen hat (N. Oek. 1. Bd. Z. 63.) I12.

Wenn der Kapital⸗Stoff vom Beſitzer einem andern auf einen beſtimmten Zeit⸗Raum, wenn auch auf immer, anver⸗ traut wird, ſo nennt man den Ertrag, den der Beſitzer ſich fuͤr die fremde Benutzung bedingt, Zins⸗Rente.

Der Ertrag, den der Beſitzer von ſeinem eignen Ur⸗ Produktif⸗Stoff durch eigne Ur⸗Produkzion, induſtrielle oder kommerzielle Produkzion, bezieht, iſt dagegen nur Rente.

I13.

Land⸗Rente heißt ſie bey der eigenen Anwendung der Ur⸗Produktif⸗Kraft am produktifen Ur⸗ Stoffe; Pacht⸗ Land⸗Rente, wenn der Ur⸗Produktif⸗Stoff einem andern

zur Uebung ſeiner Ur⸗Produktif⸗ Kraft fuͤr eigne Rechnung uͤberlaſſen wird.

114. Das unterſcheidende Zeichen der Zins⸗ Rente von den zer Renten iſt:

. daß ſie nur bem Kapital⸗Stoff ſtatt jindet.

.Daß der Preis dieſes Kapital⸗Stoffs nach dem Ver⸗

mageneah eſſer, dem Gelde, beſtimmt iſt; alſo auch

die Rente nach dieſem Preiſe. 115.

Dieſer Preis wird nach einer der Nazional⸗Oekonomie gleichguͤltgen Decimal⸗Rechnung beſtimmt, welche alle civiliſirte Nazionen angenommen haben, und bey welcher die Zahl von 100 zum Grunde gelegt iſt.

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