2 Unterſuchungen
ausgeſetzt worden,— auf Verwandlung der firen luft in reine zu zweiſeln und ich erkenne in dieſer Wirkung der Blaͤtter eins von den Mitteln, welche die weiſe Vorſehung anwendet, die Luft, welche wir athmen, zu reinigen. Aus der Theorie der Vegetation, welche ich auf dieſen Satz gruͤndete, ſchien mir eine große Menge von Erſcheinungen ſich fuͤglich erklaͤren zu laſſen; allein war auch dieſer, an Folgerungen ſo fruchtbare, Satz zurei⸗ chend erwieſen? Konnte man ihn zur Grundlage eines unermeßlichen Gebaͤudes machen, ohne daſſelbe einem gaͤnzlichen Umſturze auszuſetzen? Wuͤrde die Natur ihn auch wohl fuͤr eine ihrer Formeln anerkennen? Ich nahm daher die Pruͤfung dieſes Gegenſtandes wieder vor die Hand, und durcharbeitete ihn mit ſehr vielen Ver⸗ ſuchen, die ich tauſendfaͤltig vervielfachte, ſehr oft wie⸗ derhohlte, mit groͤßter Sorgfalt erwog und mit aller mir nur moͤglichen Aufmerkſamkeit verglich. Nachdem ich nun die Wahrheit darin oft erblickt; ſo kann ich die Ver⸗ wandlung der firen Luft in reine oder in dephlogiſtiſirte gegenwaͤrtig ungleich beſſer, als vormahls verſichern.
Ich habe mir vorgeſetzt, dieſen wichtigen Gegen⸗
ſtand ſo zu behandeln, als wenn ich noch nichts darin ge⸗ than haͤtte. Mir genuͤgts, dieſe Erklaͤrungen zu thun, um ein Paar Unrichtigkeiten, die mir in den vorherge⸗ henden Abhandlungen wider Willen entwiſcht ſind, zu entſchuldigen und ſie ſogleich zu verbeſſern, als die Na⸗ tur ſie mir aufdeckte. Der Weg zur Wahrheit iſt oft mit Nebeln bedeckt, die nur ein ungewiſſes Licht durchfallen laſſen, bei dem ſich die Gegenſtaͤnde nur halb erkennen laſſen. Gluͤcklich iſt der Beobachter, wenn er ſeine Be⸗ obachtungen in dem Augenblicke anſtellen kann, da die Nebel ſich zerſtreuen und das Licht in die Tiefen dringt, die er zu ergruͤnden ſich vorſetzt. Dieſe Zufriedenheit habe ich bei dieſem wichtigen Gegenſtande gehabt, und genieße nun das Vergnuͤgen, daß ich die merkwuͤrdigen Reſultate davon bekannt machen kann.
2. Neue
4
gſhn
dcih


