184 Achtzehnte Abhandlung.
Es gibt keine luftartige Ausfluͤſſe, die nicht eine Zu⸗ ſammenſetzung oder eine Zerſetzung vorausſetzen, wobei das Brennbare ſeine Rolle ſpielt, auch gibt es unter die⸗ ſen Ausfluͤſſen nicht einen, der nicht durch die Menge des in ihm vorhandenen Brennbaren, oder durch den Grad der Verbindung zwiſchen ihm und etzterm modiſicirt werde, daß man ſonach durch dieſes Mittel aus einer ge⸗ gebenen uftart, jede Luftgattung erzeugen kann. Dies ſind meine Grundſaͤtze in Betreff der Luftarten, die ich vielleicht einmahl, ſo Gott will, weiter werde entwickeln koͤnnen.
Doch kann ich mich nicht enthalten, hier zu bemer⸗ ken, daß die Natur durch die Vegetation die meiſten
der luftartigen Ausfluͤſſe liefert, die wir in unſern chemi⸗
ſchen Werkſtaͤtten entbinden. Dieſelbe Pflanze gibt ge⸗ woͤhnlich in ihren reifſten Fruͤchten fixe Luft, in ihren ge⸗ ſunden Blaͤttern reine, in den Ausfluͤſſen des Diptams (Fraxinelle) entzuͤndbare, und in dem Dufte der Blumen phlogiſtiſirte uſt, und wenn man alle Pflanzen zu die⸗ ſem Zwecke ſtudirt haben wird; ſo zweifle ich nicht, daß man noch andre Verbindungen entdecken werde. Erſtau⸗ nen muß man nicht, daß die Pflanzen wenig entzuͤndbare Luft geben; die fixe Luft, welche ſie enthalten, wuͤrde ihr ihre Entzuͤndbarkeit rauben. Nur allein die Faͤulung kann ſie entbinden, weil in dieſem Zuſtande die fixe Luft, welche die Pflanzen geben koͤnnen, ſich zerſtreut hat. Im, Feuer geben die Pflanzen Anfangs ſixe Luft, wenn die, Waͤrme, die ſie ausſtehen, nicht uͤber 40— 500 nach Reaumur geht, nachher aber geben ſie bisweilen ein wenig Salpeter, und immer entzuͤndbare uft.
Meine Verſuche zeigen deutlich, daß die fire Luft von allen Seiten durch die Blaͤtter in die Pflanze ein⸗“ dringt. Aus der Atmoſphaͤre empfangen ſie ſelbige durch die Wurzeln. Mit dem Waſſer ſteigt ſie aus der Erde empor, und die Erde erhaͤlt ſie durch die Gaͤhrung der
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