256 Zweiter Abſchn. Von Anlage u. Conſtruct. ſolcher Gebaͤude,
ten vorhanden ſeyn, um das Feuer ſchnell zu loͤſchen; denn mit dergleichen Magazi⸗ nen gehen nicht nur das Gebaͤude, ſondern oft bedeutende, und nicht leicht wieder zu erſetzende Vorraͤthe verlohren. Die hierher gehoͤrigen Anſtalten und Huͤlfsmittel koͤn⸗ nen ungefaͤhr in folgendem beſtehen.
Erſtlich muß, nach Maaßgabe der Laͤnge des Gebaͤudes, eine gehoͤrige Anzahl Treppen vorhanden ſeyn, um ſo ſchnell als moͤglich uͤberall hinzukommen zu koͤnnen.
Zweitens. Auf dem vorletzten, oberſten Boden(in Gebaͤuden von mehr als zwei oder drei Etagen) ſollte ein ſehr großer Waſſerkuͤfen auf Unterlagen ſtehen, und in ſolchen das, durch Rinnen vom Dache aufzufangende Regenwaſſer geleitet wer— den. Da aber bei anhaltendem, vielem Regnen der Kuͤfen uͤberlaufen wuͤrde, ſo muß nahe an ſeiner Oberkante eine hinlaͤnglich große Oeffnung mit einem hinlaͤnglich weiten nach außen fuͤhrenden Abfallrohr befindlich ſeyn, durch welches, wenn der Kuͤfen an— gefuͤllt iſt, das zu viele Waſſer ablaufen kann. Es iſt hierbei große Vorſicht anzu— wenden, daß durch das uͤberlaufende Waſſer nicht dem Gebaͤude ein großer Schaden zugefuͤgt werde. Nahe am Boden des Kuͤfens iſt ein Hahn mit einer Waſſerſchraube befindlich, an welche ein, auf dieſem Boden aufzubewahrender, langer Schlauch ge— ſchraubt werden kann, ſo daß man durch letzteren das Waſſer nach allen unteren Boͤ— den, vermittelſt der, nahe am Kuͤfen befindlichen Treppen, leiten kann. Am Ende dieſes Schlauchs muß ein Rohr befindlich ſeyn, um das Waſſer im Schlauche beliebig leiten und auch aufhalten zu koͤnnen. Wenn die Boͤden lang ſind, ſo muͤſſen ferner auf jedem derſelben ein leerer Kuͤfen fuͤr das herabzuleitende Waſſer, und einige klei— ne Druckſpritzen auf Rollraͤdern vorhanden ſeyn. Gegen eintretenden Froſt muß der Waſſerkuͤfen ausgeleert werden, weil er ſonſt durch denſelben zerſpringen wuͤrde.
Dieſe Anſtalt iſt jedoch nur in ſehr hohen Gebaͤuden, wo durch Spritzen von un— ten hinauf bis ins Innere derſelben nicht mehr gereicht werden kann, anzuwenden, und da, wie gedacht, bei anhaltendem Froſte dieſe Anſtalt unanwendbar wird, oder da bei unvorſichtiger Behandlung dieſer Anſtalt dem Gebaͤude viel nachtheilige Naͤſſe zuge— fuͤhrt werden kann; ſo iſt es dieſer Ruͤckſicht wegen beſſer, die Gebaͤude, wenn es ir— gend moͤglich iſt, niedriger zu bauen, und folgende, beſſere Feuerloͤſchungs-Anſtalt anzubringen.
Liegt das Gebaͤude nahe oder laͤngs dem Waſſer, ſo kann auf dieſem eine Prahm— ſpritze angelegt, und mit dieſer die Feuerloͤſchung des ganzen Gebaͤudes beſtritten wer⸗ den. Liegt es nicht nahe genug am Waſſer, oder hat es eine ſo bedeutende Hoͤhe oder Tiefe, daß 100 Fuß Schlauch an der Prahmſpritze nicht mehr uͤberall hinreichen koͤn⸗ nen; ſo muß noch eine große Landſpritze vorhanden ſeyn, und die Prahmſpritze wird


