Vorrede.
Wenn nur die Zahl der Tage das eigentliche Leben des Menſchen be⸗ zeichnete, wenn blos nach der Dauer des angenehmen Genuſſes, in der Geſellſchaft ſeiner Familie und Freunde, das Alter des Menſchen⸗ freundes gezaͤhlt werden muͤßte: dann waͤre der Verfaſſer dieſes Werks, mein mir ewig unvergeßlicher Lehrer und Freund, der Welt eben ſo, viel zu fruͤh als den naͤchſten Seinen und mir, entriſſen worden.
Doch, Klagen bringen uns die Entſchlafenen nicht wieder zuruͤck, aber Hochachtung ihrer edeln Thaten, und, ſo weit unſere Kraͤfte es geſtatten, ein Fortſchreiten auf der von ihnen vorgezeichneten Bahn, kann ſie fuͤr unſern Geiſt fortan beleben und lange nach ihrem Hinſchei⸗ den uns Troſt⸗ und Genußvoll vergegenwaͤrtigen.
Wird alſo das wahre Leben nur nach der Summe edler Thaten gerechnet, wird nur jeder fuͤr die Welt nuͤtziich verlebte Tag unſerm wahren Leben zugezaͤhlt: dann iſt der verewigte Verfaſſer dieſes Werks ſeines hohen und ruhmvollen Alters wegen zu beneiden. Doch nicht be⸗ neidet, vielmehr durch ſein Beiſpiel verſtaͤrkt, werde der Trieb jedes Juͤnglings und jedes Mannes, in ſeinem Wirkungskreiſe, ſo wie er, der Kunſt und der Welt wahrhaft nuͤtzlich zu werden, um einſt eben ſo ruhmvoll ſein mit Ehren grau gewordenes Haupt in den Mutterſchooß der Erde nieder zu legen.
Die mir ewig unſchaͤtzbare Bekanntſchaft des Verſtorbenen gewann ich im Jahre 1795, als derſeibe eben mit der Idee umging, das Hand⸗
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