Teil eines Werkes 
1 (1797) Handbuch der Land-Bau-Kunst, vorzüglich in Rücksicht auf die Construction der Wohn- und Wirthschafts-Gebäude für angehende Cameral-Baumeister und Oeconomen. 1
Entstehung
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14 Erſter Abſchnitt.

der ſich an den eiſernen Duͤbeln und Klammern, womit die M armtorſtüͤcke zuſam⸗ mengeſetzt ſind, erzeugt.

Daß der Marmor auf den Waͤnden und an Saͤulen durch Vernniſehungen von Gyps und Farben ſehr kuͤnſtlich nachgeahmt wird, iſt bekannt.

Der eigentliche Marmor giebt, wenn derſelbe gebrannt wird, den beſten Kalk*), und nur in dieſer Ruͤckſicht wird dieſes blos zur Pracht⸗Baukunſt gehoͤ⸗

rigen Materials hier erwaͤhnt.

*) Penther ſagt in ſeinem Lexico architectonico ſehr irrig, Marmor koͤnne wohl zu Glas, nicht aber zu Kalk gebrannt werden.

Der Kalkſtein von Ruͤdersdorf iſt ebenfalls eine Art von groben Marmor, der auch eine Politur annimmt; ſeine aſchgraue Farbe iſt aber nicht angenehm und die daraus verfertigte Tiſchblaͤtter oder andere Sachen ſind zu zerbrechlich*).

*) Dieſerhalb iſt wahrſcheinlich der im Jahr 1775 durch die Koͤnigl Haupt⸗Bergwerks⸗ und Huͤtten⸗ Adminiſtration geſchehene Vorſchlag, eine Polier⸗ und Schleifmuͤhle anzulegen, um darauf Flieſen auf Marmorart von den Ruͤdersdorfſchen Kalkſteinen zu ſchleifen, nicht zur Ausfuͤhrung gekommen, obgleich die Proben des Schleifens und Polierens ſehr gut ausgefallen waren.

§. 3.

8

Von den Kalk⸗ b) Kalkſtei ne, Chier nur in Betracht ihres Gebrauchs im natuͤrlichen Zuſtande,

ſteinen.

als zugehauene Steine, um Mauerwerk damit aufzufuͤhren;) Der vorzuͤglichſte und einzige Kalkſteinbruch in den Marken, Pommern und Preußen iſt in Ruͤdersdorf, vier Meilen von Berlin.

Sehr umſtaͤndliche und genaue Nachrichten von dieſem Kalkſteinbruch findet man in des Herrn Praͤſidenten von der Hagen, Beſchreibung der Kalkſteinbruͤcche bei Rüders⸗ dorf, Berlin 1785.

Jedoch zeigen ſich in Suͤdpreußen, vorlaͤngſt der Warthe, auch bei Kaliſch und an andern Orten Spuren von Bruch⸗Kalkſteinen.

Die von der Natur erzeugten Steine werden ſelten in der Oberflaͤche der Erde angetroffen, ſondern mehrentheils tief unter der Dammerde.

In dem Futen Stuͤck von 1779 des Leipziger Intelligenz⸗Blatts S. aas iſt eine Abhandlung uͤber Merkmale beſindlich, welche die Gegenwart der Steinbruͤche wahrſcheinlich machen.

Die Kalkſteine werden gebrochen, mit Pulver abgeſprenat oder nach der Berg⸗ maͤnniſchen Sprache geſchoſſen.

Diejenigen Kalkſteine, welche im Herbſt gebrochen worden ſind, und den Winter uͤber an der freien Luft gelegen haben, ſind nicht ſo brauchbar, als die, welche im Fruͤhjahr gebrochen und gleich im folgenden Sommer verbraucht werden, weil erſtere vom Froſte leiden.

Von den Kalkſteinen werden Fundamente in und uͤber der Erde, auch wohl

Schaͤlung⸗ und Schleuſen⸗Mauern aufgefuͤhret; ſie ſind aber zu letzterem Behuf, wegen der abwechſelnden N aſſe und Trockenheit, nicht allzudauerhaft, beſonders