Teil eines Werkes 
1 (1797) Handbuch der Land-Bau-Kunst, vorzüglich in Rücksicht auf die Construction der Wohn- und Wirthschafts-Gebäude für angehende Cameral-Baumeister und Oeconomen. 1
Entstehung
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2 b Einleitung.

Erfahrungen. Nach ſelbigen muß der Baumeiſter die verlangte Einrichtung der Gebaͤude zu entwerfen und die Dauerhaftigkeit damit zu verbinden wiſſen. Nach dieſen Grundſaͤtzen wird beſtimmt, was ohne Gefahr moͤglich iſt, oder was nicht erfuͤllt werden kann, ohne der Haupteigenſchaft des Gebaͤudes, nemlich der Dauer⸗ haftigkeit zu nahe zu treten.

Hierzu gehoͤren aber deutliche Begriffe von der Zubereitung und Guͤte der Baumaterialien und ihrer Anwendung oder Verbindung, und Einſichten in das Techniſche der Bau⸗Ouvriers. Man braucht deshalb nicht ſelbſt Zimmermann, Maurer, Tiſchler, Schloͤſſer u. ſ. w. zu ſeyn, welches auch an ſich nicht moͤglich iſt; es iſt aber erforderlich die Arbeiten dieſer Profeſſioniſten zu kennen, und man muß im Stande ſeyn, die gute Arbeit von der ſchlechten zu unterſcheiden.

Sehr oft befindet ſich der Bauherr, beſonders der Landwirth, wenn es ihm an einem Baumeiſter, und dieſer, wenn es ihm an geſchickten Handwerkern fehlet, welches leider auf dem Lande ſo oft der Fall iſt, in der Nothwendigkeit, die klein⸗ ſten Arbeiten ſelbſt angeben und leiten zu muͤſſen; dieſerhalb muß ein angehender Baumeiſter vorzuͤglich bemuͤht ſeyn, ſich die tuͤchtigſte Zuſammenſetzung und Ver⸗ bindung der einzelnen Theile, oder uͤberhaupt die Konſtruktion der Gebaͤude, voll⸗ kommen bekannt zu machen, und auch dem Landwirth werden im vorgedachten Fall einige Kenntniſſe vorzuͤglich zu ſtatten kommen.

Von dem Baumeiſter wird insbeſondere der Entwurf zu den auszufuͤhrenden Gebaͤuden gefordert. Nicht ſelten kommen dabei verwickelte Umſtaͤnde vor, die man ſich aus den Hauptgrundriſſen und dem Aufriß allein, nicht deutlich genug vorſtellen kann. Um aber keinen Fehler zu begehen, muß man die Muͤhe nicht ſcheuen, wenigſtens fuͤr ſich, um ſich den Zuſammenhang der Sachen recht ſinnlich zu machen, Spezial⸗Profile nach einem etwas großen Maasſtabe zu entwerfen, welche ſelbſt bei der Ausfuͤhrung nuͤtzlich ſeyn werden; z. B. wenn zwiſchen Waͤn⸗ den, worin Thuͤren, Einheitz⸗Kamine und dergleichen angebracht ſind, Treppen angelegt werden ſollen, ſo wird man wohl thun, dieſe Waͤnde beſonders im Aufriß aufzutragen und darnach die Treppen zu entwerfen, wodurch Fehler, die man ſonſt nicht ſelten in dieſem Stuͤcke antrift, leichter vermieden werden koͤnnen; ein gleiches gilt von der Uebereinanderſtellung der Vorgelege, Fuͤhrung der Schornſteinroͤhren und vielen andern vorkommenden Gegenſtaͤnden; noch beſſer iſt es, wenn man die deutliche Vorſtellung ſolcher Theile durch Modelle bewuͤrken kann, und hier wuͤnſchte ich, daß ich einem Jeden meiner Leſer zur Belehrung, die bei meinen Vorleſungen gebrauchte Modelle mittheilen koͤnnte, indem ich uͤberzeugt worden bin, wie ſehr ſie zum deutlichen und faßlichen Unterricht beitragen. Ich habe

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