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Die Verwandſchaften der Kalche mit Phlogiſton ſind nach einer Mittelzahl genommen; denn faſt alle metalliſche Subſtanzen ſind einer groͤßern oder mindern Dephlogiſtiſirung faͤhig, nach der Art, der Dichtigkeit und Dephlogiſtiſirung ihres Aufloͤſungs⸗ mittels. Jemehr ſie dephlogiſtiſirt ſind, um deſto groͤßer iſt ihre Verwandſchaft mit Phlogiſton; und
um deſto geringer gemeiniglich ihre Verwandſchaft mit den Mineralſaͤuren. Jedoch giebt es einen De⸗
phlogiſtifirungspunkt, wo die Anziehung der Saͤuren zu den Kalchen am ſtaͤrkſten iſt: ſo ziehet die Vitriol⸗ ſaͤure den Wismuth ſehr ſtark an, wenn er durch die Salpeterſaͤure dephlogiſtiſivt iſt; und die Koch⸗ ſalzſaͤure ziehet ſowohl den Wismuth als den Nickel maͤchtiger an, wenn ſie durch Salpeter⸗ und Vitriol⸗ ſaͤure dephlogiſtiſirt ſind.
Aus dieſen Umſtaͤnden koͤnnen wir leichtlich begrei⸗
fen, was ſich in den meiſten Faͤllen ereignet, wenn
ein Metall in die Aufloͤſung eines andern gewor⸗ fen wird.
Wenn alſo ein Stuͤck Kupfer in eine geſaͤttigte Silberaufloͤſung geworfen wird ſo wird das Sil⸗ ber niedergeſchlagen werden; denn das Uebergewicht
iſt an Siten de r zerſetzenden Kraͤfte.
Ruhen⸗


