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294 Oekonomiſches Tagebuch
Dieſes Jahr hat eine ganz neue Behandlung der Schafe herbeigefuͤhrt:.
1) Alle Koͤrnerfuͤtterung,— wenn ſie nicht in ungedroſche⸗ nen Garben als Heu beſteht,— iſt voͤllig aufgehoben.— Der Grund davon iſt nicht allein die Koſtbarkeit der Koͤrner, ſondern auch die Ueberzeugung, daß die Schafe ſich bei Koͤrnern auf dieſe verlaſſen und nicht genugſames andres Futter verzehren,— mithin weniger zunehmen.
2) Dagegen werden die Laͤmmer ſo lange bei ihren Muͤttern
ggelaſſen, bis ſie ſich ſelbſt abgewoͤhnen.
3) Wenn gleich die Meinung des Hrn. Germershauſen, daß ſpaͤte Laͤmmer feinere Wolle erhielten, ſich beſtaͤtigen ſollte; ſo kann doch dieſe Methode nicht eingefuͤhrt werden, weil 1e d ee
a) die Staͤhre zum Verkauf in ſo kurzer Zeit nicht ge— nugſam erwachſen; b) das Schwemmen der Schafe gefaͤhrlich werden wuͤrde. Sollte aber die vorgedachte Theorie ſich wirklich beſtaͤtigen; ſo koͤnnte eine Anzahl Schafe,— ungefaͤhr 30 Stuͤck,— auf dieſe Art behandelt,— die noͤthigen Zuchtſtaͤhre lie⸗ fern, welche dann zwei Jahr erwachſen muͤßten, ehe ſie gebraucht wuͤrden.


