Teil eines Werkes 
1 (1828) Oekonomisches Tagebuch für die Jahre 1799-1819 : nebst einer vorläufigen kurzen Geschichte und Darstellung der Rochsburgischen Wirthschaften, und des ökonomischen Lebens und Wirkens des Hrn. Verfassers im Allgemeinen, vom Herausgeber; und einem Portrait des Erstern in Steindruck
Entstehung
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des Grafen H. E. v. Schoͤnburg. 9

Als wiſſenſchaftlicher theoretiſcher Landwirth war er nicht nur durch ſeine gute allgemeine wiſſenſchaftliche Bildung, durch ſeinen hellen Verſtand und durch ſein richtiges Urtheil trefflich ausgeruͤſtet und ausgeſtattet, ſondern auch ſtets aufs Eifrigſte bemuͤht, ſich durch das Leſen der beſten oͤkonomiſchen Schriften der aͤltern und neuern Zeit weiter und vollkommner auszubilden; was ihm denn auch bei ſeinen hohen Geiſtesanlagen und ſeinem trefflichen Gedaͤchtniß leicht gelang. Er war nicht nur mit den alten Scriptoribus rei rusticae aus der klaſſiſchen Literatur wohl bekannt, ſondern hatte beſonders auch die vorzuͤglichſten aͤltern fremden und deutſchen oͤkonomiſchen Schriften, unter denen er vornehmlich die Leipziger oͤkonomiſchen Nachrichten,(die der Frei⸗ herr Peter von Hohenthal zuerſt herausgab), Leopolds Landwirth⸗ ſchaft, Muͤnchhauſens und Germershauſens Hausvater, Reichardts, Schubarts von Kleefeld und Arthur Youngs Schriften, Bergens Anleitung zur Viehzucht hoch ſchaͤtzte, fleißigſt geleſen und ſtudirt; und in der neuern Zeit hielt er Thaers Schriften, deſſen Einleitung in die engliſche Landwirthſchaft, und deſſen Grundſaͤtze des ratio⸗ nellen Ackerbaues, Schwerz'ens belgiſchen Ackerbau u. a. ſehr hoch, und las ſie oft und auf das Aufmerkſamſte, und machte ſich daraus die groͤßten und ausfuͤhrlichſten Excerpte, wie fruͤher ſchon hier bemerkt worden iſt. Aber auch faſt alle periodiſchen oͤkonomiſchen Blaͤtter las er, und hielt ſie ſich neuerlich meiſt ſelbſt; und uͤber einzelne Gegenſtaͤnde ſuchte er ſich auch ſtets aufs Gruͤnd lichſte literariſch zu unterrichten, z. B. uͤber Tuchfabrication und Branntweinbrennerei, von denen er die erſtere eine Zeitlang, und die letztere beſonders in der letzten Zeit ſehr ſtark betrieb. Ueber Schafzucht las er beſonders ſehr ſorgfaͤltig und mit kritiſchem Ur⸗ theil alles, was daruͤber erſchien, und gab zu Anfang ſeiner oͤkonomiſchen Laufbahn vornehmlich ſehr viel auf Daubentons Schafkatechismus, obwohl er ſpaͤterhin auch mancherlei dagegen einzuwenden hatte; ſchaͤtzte Ardré's Anleitung zur Veredlung der Schafzucht ſehr nach Verdienſt, und verkannte auch nicht das viele Gute und Erfahrungsmaͤßige in Petri's Ganzem der Schaf zucht, konnte ſich aber auch nicht enthalten, ſo mancherlei darin gemachte Behauptungen und Lehren, die er fuͤr irrig hielt, in einer eignen kleinen anonymen Schrift zu widerlegen, die unter dem Titel: