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Der praktische Rieselwirth : Anleitung, natürliche Wiesen durch Bewässerung in ihrem Ertrage zu erhöhen und unfruchtbare Ländereien durch Wasser in fruchtbare Wiesen umzuschaffen ; nach eigenen Erfahrungen / von G. C. Patzig
Entstehung
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Kleinere Schleußen, welche in den Ableitungs⸗ oder Hauptzuleitungsgraben eingelegt werden. §. 121. Die Anfertigung und Einlegung dieſer Schleußen kommt beim Wieſenbau ſehr haͤufig vor; dieſelben anzulegen iſt das

Werk des Wieſenbauers, er verlaſſe ſich dabei ja nicht auf

practiſche Zimmerleute, dieſe nehmen die Sache nicht genau genug. Ueberhaupt bei Einlegung der Schleußen ſei der Rieſelwirth jedesmal ſelbſt dabei! es kommt beim Wieſenbau zu viel darauf an, wie dabei manipulirt wird, uner⸗ ſetzlichen Schaden bringt oftmals eine oberflaͤchliche Ausfuͤhrung; man denke nur, wenn z. B. kurze Zeit vor der Heuernte eine ſolche Schleuße unterwaſchen wird und mit verheerender Macht ſich ein Strom Waſſer auf unſere in ſchoͤnſter Pracht ſtehenden Wieſen ergießt? Welcher Jammer, wenn man Schuld an ſol— chen Verheerungen iſt! Ich ſpreche aus Erfahrung, meine freund⸗ lichen Leſer, man ſorge ja in der Zeit gegen ſolche Faͤlle.

Ehe ich zur wirklichen Ausfuͤhrung dieſes Schleußenbaues uͤbergehe, erlaube man mir nachfolgende Vorerinnerung. Soll eine Schleuße das Waſſer aus dem Bache u. ſ. w. entnehmen und in den Hauptzuleitungsgraben fuͤhren, ſo lege man die Grundſchwelle a, worauf die Schleuße zu ſtehen kommt, in der Entfernung von dem Bache u. ſ. w., daß die Seitenſchwellen c mit ihrer Endung und ſomit die Vorderdielung und Beklei⸗ dung der Ufer des Grabens mit dem des Baches abſchneidet, wodurch jede Umſpuͤlung vermieden wird.

Scheut man die Koſten nicht, ſo iſt es noch vortheilhafter, wenn man die Ufer des Baches da, wo der Graben einmündet, 4 bis 6 Fuß breit ebenfalls mit einer Bekleidung verſieht, es verrichten dies Pfoſten.